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E-Payment aktuell – Bezahlen über elektronische Netze

Dieser Artikel stammt aus der Ausgabe 02/2006 des T3N Magazins für Open Source und TYPO3.
Wenn jemand Waren oder Dienstleistungen verkauft, greift ein anderer dafür seit dreitausend
Jahren in die Tasche und überreicht gepresstes Metall oder bedrucktes Papier. Wie aber
bekommt der Händler für seine Leistungen den passenden Geldbetrag des Kunden, wenn die
Zahlung über rein elektronische Wege funktioniert? Das ist die Kernfrage des E-Payments.
Im heutigen Massengeschäft bedarf es effektiver und effizienter
Formen der elektronischen Zahlung. Erforderlich wird dies durch
einen stetigen Anstieg von Kauf- und Bezahlvorgängen in unserem
Wirtschaftskreislauf, sehr hohe Kosten des Bargeldsystems
(Zählen, Sammeln, Verteilen), höhere Ansprüche im Zahlungskomfort
der Partner (Kreditfunktion, Bonusfunktion, Informationsfunktion)
und die häufiger werdende physische Distanz
zwischen Käufer und Verkäufer auch bei kleinen Beträgen (via Internet
oder mCommerce).
E-Payment setzt an dieser Stelle an,
indem es erstens den Käufer identifiziert (Authentifizierung), zweitens
seine Zahlungswilligkeit und Zahlungsfähigkeit einholt (Autorisierung)
und drittens den Zahlungsausgleich zwischen Verkäufer
und Käufer (Transaktionsbuchung) durchführt.

Am bekanntesten und am weitesten verbreitet ist noch immer die
Plastikkarte mit elektronisch codiertem Magnetstreifen und aufgedruckten
Nummern als EC-Karte, zum Bezahlen per Unterschrift,
als Kunden- oder als Kreditkarte. Die Angaben auf den
Karten können auch ohne spezielles Lesegerät manuell im Internet
eingegeben werden. Dabei sind dann, aus Gründen der Zuverlässigkeit,
zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen üblich. Hierzu
gehören zusätzliche Codes, Passwörter, geschützte Bereiche oder
die Überprüfung der Bonität mittels Scoringlisten und Adress-
Checks.
Viele zunächst viel versprechende Ansätze des "neuen EPayments"
sind in den letzten Jahren aufgrund zu geringer
Verbreitung und zu hohen Aufwands für alle Beteiligten auf der
Strecke geblieben. Kaum jemand hat Interesse, komplexe Hardoder
Software selbst zu installieren. Spannend dürfte in den
nächsten Jahren sein, inwieweit es den Kreditinstituten und Banken gelingen wird, die
EU-Richtlinie zum Elektronischen Geld auszunutzen. Das dreistufige
System unterteilt aufgrund der zu erwartenden Bonität und
Langfristigkeit in:
- Banken
- E-Geld-Institute
- Zahlungsinstitute
Damit soll verhindert werden, dass dubiose Anbieter Geld entgegennehmen,
virtuelle Konten führen und dann gegebenenfalls
zum Schaden der Kunden Insolvenz anmelden. Die Kontrollintensität
ist dann auch bei Banken sehr hoch, bei E-Geld-Instituten
mittelhoch und bei Zahlungsinstituten noch immer vorhanden.
Gegenwärtig geht der Trend zu komplexen Lösungen, bei denen
der Kunde (also der Händler) für seinen Shop eine "Zahlungsgarantie"
erhält. Dazu arbeiten Paymentanbieter mit Inkassounternehmen
zusammen, die zunehmend auch selbst Payment
anbieten.
Aber Vorsicht: Nicht immer ist dies die beste Lösung. Häufig
ist der Weg teurer, als wenn sich der Händler selbst mit dem Kunden
und dessen Zahlungsfähigkeit beschäftigt. Deshalb bieten
manche Shopsysteme (z.B. Oxid) in Zukunft auch unabhängige
Clearingplattformen an, über die der Händler im eigenen Ermessen
Risiko-Management bei der Auswahl und Durchführung seiner
Zahlungssysteme durchführen kann. Das ist meistens kostengünstiger
und sorgt überdies für mehr Nähe zum Kunden und dem
Markt.
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T3N - Magazin für Open Source und TYPO3
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Das T3N Magazin ist das weltweit erste Printmagazin zum Thema Open Source und TYPO3. Es widmet sich neben allen aktuellen Entwicklungen des Open Source Content Management Systems TYPO3 weiteren Open Source Projekten und dem Bereich Webentwicklung. Das T3N Magazin richtet sich dabei an die breite Masse der IT-Anwender, vom Freelancer bis zum Entscheider.
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09/2006, Manfred K. Wolff
Dipl.-Kfm. Manfred K. Wolff (40) ist seit 2000 Leiter des AK E-Payment und seit 2003 Vorsitzender des Bundesverbandes der Dienstleister für Online Anbieter BDOA e.V. in Köln. Im "Hauptberuf" ist er geschäftsführender Gesellschafter der telego! GmbH.
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