Kontextorientierte Suchtechnologie für E-Commerce – Informationen sinnvoll nutzen

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Der Online-Handel in Deutschland wächst weiter. Experten des Marktanalyseinstituts Enigma GfK datieren die Anzahl der deutschen Internet-Shopper 2006 auf 26,9 Mio – sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Endanwender lassen sich aber schnell von technisch nicht ausgereiften E-Commerce-Plattformen abschrecken. Erfolg verspricht die kontextorientierte Suchtechnologie. Sie liefert vollständige Anfrageergebnisse in Sekundenbruchteilen.


Angesichts der steigenden Zahl der Online-Einkäufer rüsten auch die Unternehmen nach

Laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens Novomind in Zusammenarbeit mit der Publikation ecommerce magazin unter mittelständischen deutschen Unternehmen wollen 80 Prozent der Befragten in eine E-Commerce-Plattform zur besseren Vermarktung ihrer Produkte und Services investieren. Die Untersuchung beweist aber auch, wie schnell Endanwender ein schlecht aufbereitetes E-Commerce-Portal wieder verlassen - und sich einem konkurrierenden Online-Angebot zuwenden. Auf die Frage nach den Hauptgründen für einen Bestellabbruch in Online Shops gaben 46 Prozent der Befragten an, dass gesuchte Informationen nicht gefunden werden konnten. 39 Prozent antworteten, dass ihnen der Bestellvorgang zu lang dauerte. Der Clou, um Kunden nicht von seiner E-Commerce-Webseite zu vertreiben, ist also, sie möglichst schnell und mit wenigen Klicks zu ihrem Ziel zu führen.


Suchtechnologie als Basis

Wie jedoch lassen sich Nutzeranfragen ohne großen Zeitverlust beantworten? Die Antwort ist einfach: mit einer entsprechend geeigneten Suchtechnologie. Sie bildet die Grundlage jeder E-Commerce-Lösung. Doch es gibt Unterschiede zwischen den Suchanwendungen, die entscheidend für die Schnelligkeit sind. Herkömmliche Rechercheanwendungen wie beispielsweise Metasuchen sammeln ihre Informationen zwar aus verschiedenen Datenbanken – was ebenso eine entscheidende Anforderung an E-Commerce-Lösungen ist – aber die Nutzeranfragen sprechen jede Datenquelle einzeln an, werden in ein einheitliches Präsentationsformat gebracht und in einer Ergebnisliste zusammengefasst. Die Resultate werden erst dann angezeigt, wenn die langsamste Datenbank geantwortet hat. Bei mehreren hundert Datenbanken kann einige Zeit vergehen, bis die komplette Liste beim Nutzer ankommt.

Dieses Performance-Problem besteht bei der der kontextorientierten Suchtechnologie nicht. Sie sammelt die Daten nicht bei einzelnen Ressourcen ein, sondern durchkämmt einen einzigen großen Index, der alle Einträge aus den verschiedenen Datenbanken enthält.

Zudem werden Informationsanalysen auch während der Anfragebearbeitung durchgeführt (Query Time Content Mining, QTCM). E-Commerce-Nutzer haben damit die Möglichkeit, präzise Suchen in strukturierten und unstrukturierten Daten und Multimedia-Inhalten durchzuführen – Funktionen, die bislang Experten vorbehalten waren.

Im Gegensatz dazu analysieren konventionelle Systeme die Inhalte ausschließlich während der Indizierungszeit (Index Time Content Mining, ITCM). Datenmodelle werden vor der Indizierung festgelegt. Nach der Indizierung werden die Original-Inhalte normalerweise verworfen, so dass wichtige, im Kontext enthaltene Beziehungen unwiderruflich verloren gehen und die Ergebnisse auf Modellen beruhen, die durchschnittlich nur zu 80 Prozent richtig sind.


Erweiterte Funktionen

Kontextorientiertes Suchen kann als Brückentechnologie betrachtet werden, die Suchmaschinen und Datenbanken verbindet und die besten Merkmale beider Techniken vereint: Anfragen werden innerhalb von Sekundenbruchteilen bearbeitet und gleichzeitig sind die Ergebnisse vollständig – und das trotz verschiedener Datenquellen.

Kontextorientiertes Suchen kann auch als Entlastung für Datenbanken eingesetzt werden. Die Rechenlast wird dann aufgeteilt: mit der Datenbanktechnologie werden Transaktionen bearbeitet, die kontextorientierte Suche erlaubt das Suchen und Analysieren von Informationen und Daten. Möglich wird dies durch eine Kombination moderner Technologien zur Informationsgewinnung.

Die Text- und Datenanalyse (Data Mining) erkennt Informationen automatisch durch das Extrahieren von Mustern und durch Beziehungen zwischen Entitäten in Texten bzw. strukturierten Daten. Selbst Multimedia-Inhalte können mit der intelligenten Maschine analysiert werden. Recherchesysteme, die eine Vielzahl an Quellen durchsuchen, müssen flexibel agieren. Anstatt mit dem De-facto-Standard XML eigene Tags und Dokumentenstrukturen zu definieren, setzt die kontextorientierte Suchtechnologie auf geschachtelte Strukturen mit Bereichsdefinitionen und Tags. Auf diese Weise können neue Arten präziser Anfragen bearbeitet werden, bei denen Struktur- und Inhaltsinformationen kombiniert und Kontextbedingungen bei der Suche berücksichtigt werden.

Skalierbarkeit und Konsistenz sind die Voraussetzung dafür, dass "hinter den Kulissen" aufwändige Operationen wie nahtloses Filtern und Aufwerten von strukturierten und unstrukturierten Daten, Multimedia-Inhalten, Suchanfragen und Ergebnissen durchgeführt werden können, ohne dass es zu Performance-Einbußen für die Nutzer kommt.


Genaue Antworten auf Suchanfragen

E-Commerce-Nutzer profitieren direkt von diesen technischen Grundlagen. Denn die kontextorientierte Suchtechnologie speichert von den indexierten Daten nicht nur die einzelnen Dokumente, sondern merkt sich Kontext-Inhalte wie Datum, Unternehmens- oder Personennamen. So werden auch unpräzise Anfragen wie "Wer war" oder "Wann war" beantwortet.

Diese semantischen und linguistischen Verfahren, die wiederum auf Wörterbücher und grammatische Bearbeitungsprozeduren zurückgreifen, berücksichtigen zudem nicht nur den tatsächlich eingegebenen Begriff, sondern auch flektierte Formen, Komposita, Übersetzungen aus mehr als 70 Sprachen usw.

Wird beispielsweise nach "Schuh" gesucht, zeigt die kontextorientierte Lösung auch Ergebnisse für "Schuhe" an. So führt das System bei einer allgemein gehaltenen Suchanfrage, bei der das tatsächliche Wunschobjekt in einem ganz anderen Kontext steckt, den Kunden auf die richtige Spur. Das ist auch bei Tippfehlern der Fall. Die Anwendung schlägt dann automatisch den offensichtlich gemeinten Suchbegriff vor. Umgekehrt erkennt die kontextorientierte Suchtechnologie auch Schreibfehler in den Datenbanken und berücksichtigt diese fehlerhaften Einträge dennoch.

Ob in der Ergebnisliste tatsächlich die gewünschten Resultate erscheinen, hängt von den Auswahlkriterien der Suchlösungen ab. Auch hier ist die kontextorientierte Suchtechnologie im Vorteil gegenüber den Recherchemethoden etwa der Internet-Suchmaschinen, denn sie durchforsten den im Vorfeld indexierten Datenbestand vollständig und kratzen nicht nur an der Oberfläche. Auf diese Weise wird die Qualität der Suchergebnisse im Vergleich zu mathematischen Verfahren, bei denen alle Daten gleich gewichtet sind, erheblich verbessert. Anhand der gespeicherten Kontextinformationen können Daten entsprechend der Suchanfrage gewichtet und gefiltert werden. Nutzer erhalten statt einer Ergebnisliste genaue Antworten.


Fazit

Mit einer kontextorientierten Suchmaschine erschließt sich für E-Commerce-Anbieter der entscheidende Wert von Informationen: sie werden nicht nur gespeichert, sondern sie werden sinnvoll genutzt. Die Fähigkeiten, Daten unter geringem Aufwand zu klassifizieren und zu indexieren, Inhalte in Beziehung zur Suchanfrage zu setzen oder ohne Leistungseinbußen die verschiedensten Datenquellen abzufragen passen exakt zu den Anforderungen im E-Commerce.

Denn für Nutzer der Online-Portale beschleunigt sich dadurch nicht nur der Bestellvorgang, sondern sie haben auch die Möglichkeit, Anfragen zu stellen, die der Anbieter nicht vorausgesehen hat. Kontextorientierte Suche ermöglicht, was Internet-Shopper von einer E-Commerce-Plattform erwarten: schnell und mit wenigen Klicks zum Ziel.

01/2007, Michael Hack



Michael Hack ist Regional Vice President EMEA Central & South bei Fast Search & Transfer. Er verantwortet sämtliche Aktivitäten des Herstellers von Suchtechnologielösungen in Zentral- (DACH) und Osteuropa sowie in den Benelux-Staaten und in Italien.


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