Commerce 2.0 für mehr Geschäft mit mehr Kunden

Autor: Bruno von Rotz
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Das moderne Commerce-2.0-Angebot ist auf drei Funktionsblöcken aufgebaut:




Commerce 2.0 Funktionsblöcke


  • Das integrale/konsolidierte Shopping-Frontend bietet dem Kaufinteressierten eine einheitliche und einfach und effizient benutzbare Sicht auf Produkte, Dienstleistungen und Zusatzinformationen, unabhängig davon, ob diese Inhalte selbstproduziert oder von Zuliefern (z.B. via REST-APIs) kommen. Durch gezielten Einsatz von bewegten und stehenden Bildern, Simulationsmöglichkeiten und Interaktionsmöglichkeiten wie Chat oder sogar Sprachkombination wird der Kaufprozess so einfach wie möglich gemacht. Der Kunde wird in die Inhaltsgestaltung einbezogen, sei es durch "Tagging" (Benennung von Kategorien) oder durch Produkt-Ratings und –Feedbacks.


  • Das Backend unterstützt die Standard-Funktionalitäten des Online-Shoppings. Dazu gehören Katalog-Management, Shopping-Cart und Transaktionsstatus. Oftmals werden existierende Shopping-Backends auch für Commerce 2.0 weiterverwendet werden können.


  • Für den Brand- und Produkt-Manager wird eine Toolbox bereitgestellt, die es ihm erlaubt, einerseits das Angebot flexibel zu verändern, andererseits die Resultate seiner Arbeit kontinuierlich zu überwachen.

Innovationskraft wird insbesondere im Frontend und in der Toolbox gefordert. Die Ansprüche an die Backend-Funktionalität haben sich nicht grundlegend gewandelt, aber im Frontend-Bereich genügen traditionelle Shopping-Lösungen und die zugehörigen Plattformen mit ihrer Fokussierung auf HTML den Ansprüchen nicht mehr.

Rich Internet Applications (RIA) verlangen nach Einsatz von modernen Frontend-Technologien wie DHTML, Ajax, SVG oder Flash. Auch sind die meisten heutigen Produkte nicht auf schnelle Veränderungen und flexible Einbettung in immer wieder andere Umfelder ausgerichtet.

Moderne Open-Source-Frameworks und –plattformen (z.B. OpenLaszlo, Dojo, OpenRico, Ruby on Rails, PHP/Symfony) unterstützen ein "agiles" und "perpetual beta" getriebenes Vorgehen und stellen sicher, dass schnell Resultate geliefert werden können und die Kosten im Rahmen bleiben. Commerce 2.0 sind oftmals reich an Inhalten, die über den eigentlichen Katalog herausgehen, die vom Konsumenten abonniert werden können und über andere Kanäle wieder die Nachfrage nach den Produkten steigern sollen.

Um ein modernes Content Management System kommt man hier kaum herum. Open-Source-Technologien sind bestens positioniert, diese Funktionalitäten abzudecken, genauso wie allfällige Anforderungen nach Blogging- und Wiki-Plattformen. Die Suche ist für den Konsumenten oftmals der schnellste und wichtigste Weg zum Produkt. Entsprechend viel Gewicht sollte auf eine konsequente Umsetzung der Anforderungen in diesem Bereich gelegt werden. Die Open-Source-Suchmaschine Lucene hat sich für die unterschiedlichsten Anwendungsfelder bewährt und kann dank Quellcode-Offenheit auf die spezfischen Bedürfnisse hin angepasst werden. Beim Frontend führt also kaum ein Weg an Open Source vorbei.


Für die Implementierung der eCommerce-Plattform (Fokus Frontend und Backend) ergeben sich meist die folgenden Optionen:




Vor- und Nachteile unterschiedlicher eCommerce-Implementierungsoptionen


Welche Option die richtige ist, ist oftmals von den verfügbaren Mitteln und insbesondere den Informatik-Fähigkeiten abhängig. Sind die Ansprüche sehr individuell, wird man kaum um die individuelle Gestaltung des Frontends herumkommen, kann man hingegen mit einem Standard-Shop leben und ist bereits SAP-, Microsoft- oder Oracle-Nutzer für ERP und CRM wird man oftmals wohl auch auf dieselbe Technologie für die Frontendimplementierung vertrauen – und dabei aber auch auf die Möglichkeiten rund um Web 2.0 verzichten.

Der dritte Funktionsblock der Commerce-2.0-Plattform ist die Toolbox, die Hilfsmittel für die Angebotsdefinition, Ausgestaltung und Steuerung des Online-Shops bereitstellt. Analytische Instrumente werden hier genauso benötigt, wie Tools, die die Marketing-Prozesse unterstützen oder das Anpassen von Design- und Gestaltungselementen erlauben. Kaum eine Standard-Plattform kann hier optimale Werkzeuge anbieten, nur ein Best-of-Breed-Ansatz, angepasst auf das eigene Geschäftsmodell und die angepeilten Zielgruppen, führen hier zum Ziel. Und auch hier unterstützen Open-Source-Instrumente wegen ihrer Anpassbarkeit eine enge Integration sehr viel besser, als proprietäre geschlossene Produkte.

08/2007, Bruno von Rotz



Bruno von Rotz ist Vice President Research & Strategy und Country Manager Schweiz von Optaros.
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