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Startseiten-Gestaltung bei Online-Shops


Wie viele und welche Produkte abbilden?
Antwort: Die Produkte abbilden, die den Shop-Besucher im Moment des Startseiten
interessieren! Dabei darauf achten, dass die Startseite übersichtlich und nicht überladen
wirkt. Eine ganz einfache Antwort, deren Umsetzung jedoch alles andere als einfach
erscheint. Schauen wir uns zwei Beispiele etwas genauer an:
Die Startseiten von neckermann.de und Tchibo.de.

neckermann.de (Version Ende 2006)

Tchibo.de
Unterschiedlichere Konzepte könnten diese beiden Shops wohl nicht verfolgen. neckermann.de
– mit einigen 10.000 Artikeln im Sortiment - bildet nur ein Produkt ab, während Tchibo.de
– ein Online-Shop mit einem vergleichsweise schmalen Sortiment – bereits auf der
Startseite ca. 30 Produkte präsentiert.
Beide Konzepte sind erfolgreich – schaut man sich die Pressemeldungen und Auszeichnungen
beider Shops an.Warum?
Wo liegen die Stärken dieser Konzepte? Sie gehen auf die Intentionen und Bedürfnisse der Site-Besucher ein!
Stellen wir uns doch mal 100 neckermann.de Nutzer/-innen vor. Viele davon werden sich für
Produkte aus dem Fashion-Sortiment interessieren, gefolgt von Besuchern, für die Produkte
aus den Kategorien Technik oder Wohnen & Haushalt von Interesse sind.
Die meisten Nutzer/-innen dieses Online-Shops werden im Moment der Startseitenaufrufs ein
spezielles Produkt suchen, z. B. ein neue Bluse für den Job, ein blaues Hemd, ½ Armlänge,
bügelfrei oder eine Digitalkamera aus der CyberShot Reihe der Marke Sony. Für diese
Nutzer/-innen sind Produktsuche und Navigationsleiste am oberen Seitenrand ideal
geeignete, um schnell zum gewünschten Produkt zu gelangen. Während ihrem Shop-Besucher
werden diese Nutzer/-innen sicherlich auch mal "stöbern", sich vom Angebot inspirieren
lassen. Im Fokus steht jedoch die Intention, das gewünschte Produkt auszuwählen und in den
Warenkorb zu legen.
Betrachten wir als nächstes den typischen Tchibo.de Besucher. In welcher Verfassungslage
wird sich dieser befinden?
Sicherlich in einer etwas anderen, als die typischen neckermann.de Nutzer/-innen: Da gibt
es z. B. Beate B., Angestellte aus Berlin, die mal kurz in der Mittagspause auf Tchibo.de
zugreift, um zu schauen was es Neues gibt ("jede Woche eine neue Welt"). Oder den
"panischen" Ehemann, der noch schnell eine Idee oder Anregung für ein Geschenk zum
Geburtstag seiner Frau sucht. Andere Nutzertypen (in der Usability-Forschung auch als
Personas bezeichnet) sind denkbar. Sie unterscheiden sich in ihrer Gemütslage aber doch
recht deutlich von neckermann.de Besuchern. Man könnte jene (eher) als "Seeker"
kennzeichnen, die Tchibo.de Besucher dagegen (eher) als "Stöberer" oder auch "Bummler",
die sich vor allem inspirieren lassen wollen (und das bereits auf der Startseite). In
einer solchen Gemütslage ist eine Startseite wie die von Tchibo.de ideal. Die Besucher
erhalten dort auf mehreren Bildschirmseiten Ideen und Anregungen für einen mehr oder
weniger spontanen Produktkauf. Dies wird natürlich zusätzlich durch das Marketingkonzept
von Tchibo.de begünstigt und befördert – "jede Woche eine neue Welt".
Fazit
Beide Beispiele verdeutlichen sehr gut, dass es bei Online-Shops (und auch anderen Sites)
darauf ankommt die Gemütslage und die Intentionen der Shop-Besucher "im Detail" zu kennen.
Man muss sich "ein Bild von den Besuchern machen können", will man die Startseite, aber
auch das Sortiment und die angebotenen Funktionen & Services "situationsgerecht"
gestalten. Nur so kann ein Online-Shop auf Dauer erfolgreich betrieben werden.
Daten zu den Gemütslagen und Intentionen von Site-Besuchenr lassen sich am besten über so
genannten Onsite-Befragungen gewinnen. Dabei werden die Besucher einer Site während oder
nach dem Surfen auf dem Angebot befragt. Auf diese Weise lassen sich vielfältige Daten
ermitteln, wenn die Befragung methodisch und inhaltlich sauber geplant und umgesetzt
wird. Mit dieser Erhebungsmethode lassen sich im Mittel 20 von 100 Site-Besuchern befragen
– eine Response- bzw. Klickrate von der Werbetreibende derzeit nur träumen können. Die
Daten solcher Umfrage sind somit repräsentativ für die Besucher des analysierten Shops.
09/2007, Thorsten Wilhelm

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