Praxis: ING-DiBa Herrin der Daten

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Fehlerhafte Daten bergen für Unternehmen enorme Risiken. Wichtige unternehmerische Entscheidungen basieren auf falschen Informationen, Kunden, Öffentlichkeit und Investoren werden irregeführt. Die Folgen können dramatisch sein. Die ING-DiBa entschloss sich deshalb zu einem massiven Einschnitt: Die Repräsentation der Daten wurde auf ein professionelles IT-System für Business Intelligence umgestellt. Jetzt stehen alle wichtigen Informationen auf der Grundlage einer unternehmensweit einheitlichen Datenbasis zur Verfügung – und das innerhalb von zwei Sekunden.

Kaum eine andere Branche muss solche gigantische Datenmengen beherrschen wie die Kreditwirtschaft. Schließlich besteht das gesamte Geschäft aus Zahlen und Daten. Nötig sind komplexe und zugleich präzise Reporting-Instrumente, um nicht im Chaos zu versinken. Immer mehr Finanzdienstleister setzen deshalb auf IT-gestützte Business-Intelligence-Systeme (BI).

Diese Plattformen führen die Daten aus allen Unternehmensbereichen zusammen und stellen sie strukturiert, anwenderorientiert und grafisch aufbereitet zur Verfügung. Durch diese Verzahnung können Berichte und Analysen erstellt werden, die nicht nur absolut verlässlich, sondern stets hochaktuell sind.


Entscheidung für neues unternehmensweites Management-Informationssystem

Auch bei der ING-DiBa AG fiel die Entscheidung, endlich Herrin ihrer Daten zu werden und ein professionelles BI-System einzuführen. Der Transport der Daten innerhalb des Unternehmens hatte bis dato nicht funktioniert. Es gab keinen zentralen Ort, an dem konsolidierte Daten abgerufen werden konnten. Statt dessen wurden selbst entworfene Excel-Listen per Email hin und her geschickt.

Das Problem: Die Mitarbeiter nahmen für ihre Auswertungen unterschiedliche Daten als Grundlage, so dass die Zahlen in den Reports stark differierten. Indem die Daten dabei manuell aus den verschiedenen Quellen zusammengesucht wurden, schlich sich außerdem immer wieder der Fehlerteufel ein. Das Ansehen der Datenqualität war dementsprechend schlecht und auf dieser inkonsistenten Basis konnte und wollte das Unternehmen nicht länger arbeiten.

2004 entschied sich die ING-DiBa also, ein komplett neues, unternehmensweites Management-Informationssystem aufzubauen, das eine deutliche Verbesserung brachte. Zwei Jahre später jedoch war es an der Zeit, das System zu überarbeiten, da es eine extrem umfangreiche Lösung ist. Deshalb ist es normal, dass nach zwei Jahren einige Informationen neu aufbereitet, selektiert und gruppiert werden mussten. Im Zuge des Relaunchs hat Infomotion außerdem direkt eine optische Modernisierung der Benutzeroberfläche und der grafischen Darstellung vorgenommen.


Zugriffszeit von maximal 2 Sekunden

Die wichtigste Anforderung an die neue BI-Lösung war es, jede nötige Information komprimiert und übersichtlich in Sekundenschnelle zu liefern. Diese Zielvorgabe im Blick hat Infomotion das System so aufgebaut, dass alle elementaren Daten sofort und auf einen Klick zur Verfügung stehen. Die wichtigsten Unternehmensdaten, zum Beispiel Bestand und Konten aufgeteilt in die einzelnen Produkte der ING-DiBa, stehen tagesaktuell direkt auf der Startseite. Daten, die nicht für alle Mitarbeiter relevant sind, sind über wenige weitere Klicks abrufbar.




Alle elementaren Daten stehen in dem BI-System der ING-DiBa sofort und auf einen Klick zur Verfügung.
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Ursprünglich wurde die BI-Lösung für alle Abteilungsleiter der unterschiedlichen Geschäftsbereiche konzipiert. Nachdem das System eine Weile erfolgreich gelaufen ist, entdeckten zunehmend mehr Mitarbeiter den Nutzen der professionellen Lösung für sich. Viele wollten nun ebenfalls Zugang zu den Daten haben.

Von der Effizienz des Systems bestätigt, gab die ING-DiBa daher den Startschuss, die Plattform zu erweitern. Heute arbeiten ab den Teamleitern aufwärts alle damit. Dabei ist das System zweigeteilt: In einem öffentlichen Reporting-Portal stehen jeder Fachabteilung ihre Analysen und Berichte zur Verfügung. Die Entscheider des Unternehmens haben in einem geschützten Bereich alleinigen Zugriff auf sensible Informationen.

Die größte Herausforderung war dabei die Zugriffszeit auf die Daten, da langsame Datenbank-Abfragen die größten Hürden effektiver Business-Intelligence-Systeme sind. Zwar wurden die Daten der Kundenanalyse aggregiert aufbereitet, jedoch konnte die Zugriffszeit von maximal 2 Sekunden nicht gehalten werden. Daraufhin hat Infomotion die Infrastruktur des Systems neu entworfen: Alle Daten werden nun in halbstündigem Rhythmus aktualisiert und müssen bei Zugriff nicht extra auf der Datenbank erzeugt werden. Alles Wichtige ist ohne Ladezeit jederzeit verfügbar.


Wichtiges vom Unwichtigen trennen

Bei der Priorisierung der Daten arbeitete Infomotion eng mit den Fachabteilungen der ING-DiBa zusammen. Denn auch wenn der Dienstleister viel Branchenwissen mitbringt, kann er den Fachbereich nicht ersetzen. Nur im gegenseitigen Austausch kann das Beraterteam das Geschäft des Kunden genau verstehen und individuell auf seine Anforderungen eingehen. Die Mitarbeiter der ING-DiBa mussten demnach einen Teil ihrer Arbeitszeit mit in die Entwicklung des BI-Systems investieren. Das war viel Arbeit, heute profitieren jedoch alle davon: Sämtliche Informationen sind ideal gruppiert und die aufwändige und mühsame Datensuche ist kein Thema mehr. Das schont nicht nur Nerven, sondern spart vor allem kostbare Zeit.

Besonderen Wert legte die ING-DiBa darauf, dass jederzeit nur die tatsächlich wichtigen und benötigten Daten auf der Startseite des Systems stehen. Wichtiges muss vom Unwichtigen getrennt sein. Nur so ist die optimale Übersichtlichkeit zur Erstellung hochwertiger Analysen gewährleistet. Demzufolge hat das Team von Infomotion eine Besonderheit integriert: Seit einigen Monaten wird regelmäßig gemessen, wie oft welche Daten angeklickt und genutzt werden. Auf diese Weise ist permanent ersichtlich, welche Daten die Anwender benötigen. Das System ist flexibel und skalierbar konzipiert, so dass es bei Optimierungsbedarf sofort an die Bedürfnisse der Anwender angepasst werden kann.


Einheitliche Datenbasis

Mittlerweile sind es rund 150 Anwender bei der ING-DiBa, die von der BI-Lösung profitieren. Allerdings hat Infomotion das System für höhere Kapazitäten von bis zu 250 Anwendern konzipiert. So konnte auch die ING-DiBa Austria angebunden werden: Die österreichischen Daten wurden in das deutsche System integriert, so dass beide Länder darauf zugreifen und gegenseitig alle Daten abrufen können.




Auch die österreichischen Daten wurden in das deutsche System integriert: beide Länder haben Zugriff und können gegenseitig alle Daten abrufen.
Detailansicht


Im Zuge der Globalisierung können international agierende Unternehmen nicht mehr auf eine gemeinsame und einheitliche Datenbasis verzichten. Diese bildet die Grundlage für strategische Entscheidungen und treibt die Kommunikation innerhalb des Unternehmens sowie mit Kunden, Partnern und Investoren positiv voran. Indem sämtliche Informationen direkt als Excel-Sheet oder PDF-Dokument generiert werden können, hat sich die Qualität und Aktualität des Reportings außerdem stark verbessert: ein entscheidendes Differenzierungskriterium im Finanz-Wettbewerb.

Seit dem Relaunch in 2006 läuft das BI-System bei der ING-DiBa zuverlässig und hat sich als zentrale Anlaufstelle zur Abfrage der Unternehmensdaten etabliert. Wer Informationen benötigt, geht auf das System und hat in Sekundenschnelle einen aktuellen Blick über Geschäft und Kunden – und zwar auf einer unternehmensweit einheitlichen Datenbasis.

09/2007, Kerstin Neu



Kerstin Neu ist Projektleiterin der Infomotion GmbH, deutsche BI-Beratung für die Finanzbranche, und zeichnet verantwortlich für das BI-Projekt bei der ING DiBa AG.


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