5 goldene Regeln für ein optimales Affiliate Programm

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Affiliate Marketing bedeutet die Vermittlung und den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen durch erfolgsbasierte Vertriebsnetze im Internet. Affiliate Marketing ist heute ein wesentlicher Bestandteil im Marketing Mix und gemäß Forrester Research wird dieser Markt allein in Europa von knapp 131 Mrd. Euro in 2007 auf rund 263 Mrd. Euro in 2011 wachsen. Dieser Wachstumsmarkt wird speziell dann weiterhin so dynamisch wachsen, wenn die werbetreibenden Unternehmen ("Advertiser") unabdingbare Grundregeln verfolgen. Die Maßnahmen sind hierbei darauf ausgerichtet, Vertriebspartner ("Publisher") zu gewinnen und diese kontinuierlich zu motivieren. zanox empfiehlt daher, fünf goldene Regeln für ein erfolgreiches Affiliate Marketing und eine optimale Programmqualität.


1. Den Online-Shop im Partnerprogramm abbilden

Partnerprogramme sind mit einer Linse vergleichbar, durch die Advertiser im Internet gesehen werden. Bei einer hohen Qualität des Partnerprogramms werden Produkte und Dienstleistungen deutlich und klar wahrgenommen. Hierbei sollte das Partnerprogramm dem bestehenden Online-Shop entsprechen. Der Advertiser sollte alle Produkte und Bereiche auf seiner Webseite im Partnerprogramm abbilden und vergüten. Zudem ist der Advertiser gut beraten, nicht nur seinen Online-Shop im Partnerprogramm umzusetzen, sondern darüber hinaus auch Kundenbindungsmaßnahmen zu realisieren.

Denkbar ist beispielsweise bei einem Direktversender ein kostenloser Newsletter, der potentielle Kunden über aktuelle Angebote und Sonderaktionen informiert. Für diese Maßnahme sollten die Publisher eine Lead-Vergütung erhalten. Sofern viele unterschiedliche Produkte und Dienstleistungen angeboten werden, sollte für diese auch unterschiedliche Sales-Kategorien festgelegt werden. Für die verschiedenen Kategorien sollten auch maßgeschneiderte Vergütungen angeboten werden.

Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Partnerprogramm ist immer ein effektiver Online-Shop:

  • Möglichst geringe Anzahl an Warenkorbschritten
  • Abfrage der nur absolut notwendigen Kundeninformationen
  • Eindeutiger und kurzer Bestellvorgang (keine wegführende Links)
  • Transparente Darstellung der Versand- und Zahlungsmodalitäten

Solche Online-Shops stellen sicher, dass sich mit dem Partnerprogramm überdurchschnittlich hohe Conversion Rates erzielen lassen. Die Conversion Rate (Click/Sale-Verhältnis) ist eine zentrale Kennzahl im Affiliate Marketing.


2. Effektives Tracking einsetzen

Ein hochwertiges und genaues Tracking ermöglicht die technische Zuordnung von Transaktionen zu den vermittelnden Publishern. Hierbei ist eine technologische Basis erforderlich, alle vermittelten Sales und Leads zu protokollieren.

Für ein optimales Resultat sind zahlreiche Tracking-Methoden einsetzbar:

  • Advanced Session Tracking: Ermöglicht die Protokollierung von Transaktionen unabhängig der Cookie-Einstellungen des Internet-Users. Für die Identifizierung des Publishers wird im Weiterleitungslink die PartnerID übergeben.

  • Late Conversion Tracking: Bei diesem Verfahren wird eine Cookie-Laufzeit festgelegt, innerhalb derer die Transaktion des Internet-Users dem Publisher zugeschrieben wird. Die Laufzeit beträgt meist 60 Tage.

  • Minimal Standard Tracking: Dieses Tracking protokolliert aufgrund eines gesetzten Cookies innerhalb einer aktiven Browser-Session des Internet-Users. Diese Methode sollte mit anderen Tracking-Verfahren kombiniert werden.

  • Postview Tracking: Hierbei wird der Aufruf eines grafischen Werbemittels beim Internet-User aufgezeichnet.

  • Fingerprint Tracking: Erlaubt aus der IP-Adresse, Browser- und Rechnerkonfiguration eine digitale Signatur zu generieren. Dieser ermöglicht, Sales und Leads effektiv innerhalb eines festgelegten Zeitraums zuzuordnen.

  • Lifetime Tracking: Lifetime-Provisionen machen Partnerprogramme attraktiver. Dieses Verfahren ermöglicht die Vergütung von Folgeprovisionen – beispielsweise bei der Verlängerung von erfolgreich vermittelten Abonnements.

  • Basket Tracking: Ermöglicht den gesamten Inhalt eines bestellten Warenkorbs XML-basiert aufzuzeichnen. Sowohl Advertiser als auch Publisher können auf Basis bestellter Produkte und Dienstleistungen die Programm-Performance kontinuierlich optimieren.

3. Viele unterschiedliche Werbemittel anbieten

Werbemittel sind die "Werkzeuge" mit denen die Publisher für den Advertiser Umsätze generieren. Gängige Werbemittel sind Textlinks, Banner, Produktdaten, Skripte und Online-Videos.

Die Werbemittel sollten entsprechend der Angebotsstruktur des Advertisers organisiert und angeboten werden. Diese sollten idealerweise den Kategorien im Online-Shop entsprechen. Bei einem professionellen Partnerprogramm muss der Publisher die Werbemittel nur einmal einbauen. Der Austausch der Inhalte erfolgt hierbei dynamisch durch den Advertiser. Für Änderungen sollte der Advertiser lediglich die Quelldatei anpassen oder die Server-Datei ersetzen müssen. Anschließend werden beim Publisher automatisiert die aktualisierten Werbemittel-Informationen eingeblendet. Zugleich sollte der Advertiser auch spezielle Werbemittel für zeitlich begrenzte und saisonale Aktionen automatisiert zur Verfügung stellen.

Empfehlenswert ist auch die Nutzung von Deeplinks, da diese eine hohe Conversion Rate bieten. Damit werden beim Anklicken eines Werbemittels "tiefere" Bereiche des Online-Shops mit maßgeschneiderten und detaillierten Produktinformationen direkt angesteuert.

Sofern der Online-Shop eine Vielzahl an Waren umfasst, sind Produktdaten für das Partnerprogramm unentbehrlich. Die dynamische Einbindung von Produktdaten garantiert eine erstklassige Conversion Rate. Die Datenübergabe erfolgt entweder per CSV-Datei oder vergleichbare Services.

Individuell anpassbare Werbemittel werden immer wichtiger. Diese sollten eine freie Gestaltung der Werbemittel erlauben und sich nahtlos in das Layout der Publisherseiten einbetten lassen.


4. Maßgeschneiderte Konditionsmodelle für motivierte Vertriebspartner

Attraktive Konditionsmodelle für den Publisher sind für die Attraktivität der Programme unerlässlich. Der Advertiser sollte bei der Publisher-Vergütung sowohl die vertriebliche Marge, mögliche Werbekostenzuschüsse sowie die potentielle Marketingleistung der Publisher berücksichtigen und seine Konditionsmodelle entsprechend gestalten.

Gängige Vergütungsmodelle sind:

  • Prozentualer Anteil am Gesamtverkaufswert oder fester Vergütungsbetrag
  • Fester Betrag pro Lead (Neukunde bzw. Anmeldung) oder Click
  • Fester Betrag pro TKP (= 1.000 Einblendungen)
Für eine größtmögliche Bandbreite an motivierten Publishern, empfiehlt sich die Kombination unterschiedlicher Vergütungsmodelle. Denkbar ist beispielsweise eine Lead-Provision für eine Gewinnspiel-Teilnahme kombiniert mit einer prozentualen Beteiligung an jedem Verkauf durch Neukunden.

Für die Erreichung hoher Sale- oder Leadzahlen sind Konditionsstaffeln besonders empfehlenswert. So kann der Publisher ab 10, 50 oder 100 Sales mit mehr Prozente pro Verkauf vergütet werden oder ab einer bestimmten Anzahl an Sales oder Umsätzen einen Bonus am Monatsende erhalten. Prinzipiell sollten solche Staffelmodelle transparent gestaltet und konkurrenzfähig aufgebaut sein. Für die langfristige Bindung besonders umsatzstarker Publisher sollten zudem spezielle Premium-Modelle angeboten werden.

5. Individuelle Kommunikation realisieren

Kontinuierliche und maßgeschneiderte Kommunikationsmaßnahmen sorgen für eine hohe Programm-Performance und Weiterentwicklung der Vertriebspartnerschaft. Hierbei empfiehlt es sich die Publisher im Partnerprogramm thematisch und funktional zu gruppieren und gezielt anzusprechen. Hierbei ist der persönliche Kontakt zum Publisher sowie kurze Antwortzeiten ganz besonders wichtig.

Der Advertiser sollte alle Maßnahmen aus Vertrieb und Marketing in sein Partnerprogramm übertragen und dort kommunizieren. Für neue Publisher ist speziell die klare Beschreibung des Advertisers und der angebotenen Produkte wichtig. Relevante Informationen sollten regelmäßig in einem Publisher-Newsletter veröffentlicht werden. Zudem sollte über Besonderheiten wie aktuelle Sonderaktionen oder verkaufsrelevante Feiertage mit ausreichender Vorlaufzeit informiert werden.

10/2007, Dimitrios Haratsis



Dimitrios Haratsis verantwortet bei zanox als Regional Director die Vertriebsleitung für Deutschland, Österreich und Schweiz. In der Branche ist er als Moderator für die Online-Marketing-Veranstaltungen OMF und Internet World Kongress bekannt.


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