|  |
Mobile Payment – die Möglichkeit, mit dem Handy zu bezahlen, findet mehr Akzeptanz

Laut Hochrechnung der Universität Duisburg liegt die Handyverbreitung in Deutschland seit Juni 2006 statistisch bei 100 Prozent. Auch der Trend hin zum Online-Kauf setzt sich immer weiter fort. Spezielle Anbieter haben es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, einen weiteren Dienst zu offerieren, um beides zusammenzuführen:
Das Bezahlen per Handy – Mobile Payment
Bereits heute begleichen Nutzer in Deutschland auf diese Weise Rechnungen im Internet-Shop, überweisen Beträge an Freunde oder kaufen Bus- und Bahntickets. Lediglich die Kurzmitteilungsfunktion SMS am eigenen Handy sowie ein Internetzugang sind erforderlich, um dieses Zahlungssystem zu benutzen. Täglich wächst das Händlernetzwerk mit derartigen Vergütungsoptionen, große Online-Shops wie vom Telekommunikationsanbieter debitel bieten ihren Kunden bereits entsprechende Möglichkeiten an.
Es zeigt sich eine klare Tendenz, dass für große Teile der Bevölkerung das Bezahlen mit dem Handy ein immer beliebterer Service wird. So hat eine Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums festgestellt, dass mit 49,6 Prozent knapp die Hälfte der Bundesbürger gerne ihr Mobiltelefon für Zahlungsvorgänge nutzen würde. Besonders stark ist die Kundennachfrage nach Ticketing-Lösungen im öffentlichen Personennahverkehr und bei der Bahn sowie für Zahlungsvorgänge an Automaten. Gerade junge Leute stehen dieser Methode offen gegenüber, da sie erstens mit dem Mobiltelefon aufgewachsen und zweitens allgemein interessierter an neuen technischen Möglichkeiten sind.
Wie funktioniert Mobile Payment?
Anders als bei Web Payment, bei dem der Kunde mittels Anbietern wie ClickandBuy oder WEB.Cent nur im Internet bezahlen kann, erfolgt die Zahlung örtlich unbegrenzt mit einem Handy.
Zunächst ist eine rasche, kostenfreie Registrierung bei einem der in Deutschland verfügbaren Mobile-Payment-Unternehmen wie Crandy und Luupay erforderlich. Es erfolgt die Aktivierung unabhängig vom Mobilfunkanbieter und dem verwendeten Telefon. Somit steht der Dienst weltweit und losgelöst vom Mobilfunkvertrag zur Verfügung. Außer den im Vertrag vereinbarten SMS-Kosten fallen keine weiteren Gebühren an. In angeschlossenen Webshops erfolgt die Zahlung durch Klick auf den Payment-Anbieter, Eingabe der Handynummer oder des Benutzernamens mit PIN und die abschließende Bestätigung mittels eines per SMS empfangenen Codes.
Bei der Überweisung von Geldbeträgen an Freunde genügt die Übermittlung einer Kurzmitteilung an eine spezielle Nummer. Umgehend erhält der Empfänger eine Nachricht und verfügt sogar im Falle des Payment-Service-Providers Luupay in Echtzeit über sein Geld. Sollte er nicht beim gleichen Payment-Unternehmen angemeldet sein, beinhaltet die Mitteilung entsprechende Tipps.
Weiterhin steht der Erwerb von Produkten aus beispielsweise Zeitungsanzeigen mit angegebener SMS-Bestellnummer zur Verfügung. Bei Gütern, die per Paketpost zugestellt werden, erfolgt zukünftig auf Kundenwunsch automatisch die Übermittlung der Lieferadresse. Zur Prüfung des Kontostandes oder für weitere administrative Aktionen senden Kunden bestimmte Befehle per SMS oder schauen online nach dem Rechten.
Hohe Sicherheit
Gerade die Kombination der einzelnen Schritte bei dieser Zahlungsmethode erlaubt einen hohen Sicherheitsstandard für den Kunden, weil eine Fälschung kaum möglich ist, und auch für den Händler, da die Wahrscheinlichkeit, dass ein Dritter im Namen eines Kunden missbräuchliche Zahlungen auslöst, auf ein Minimum reduziert wird. Des Weiteren werden persönliche Kontodaten nicht mehr dem Händler preisgegeben, dadurch entsteht ein Schutz der Anonymität für den Kunden.
Besonders interessant für den Handel ist die sofortige Zusage, dass der Kunde den gewünschten Artikel bezahlt, da stets eine Deckung des Nutzerkontos zur Ausführung der Transaktion nötig ist. Dadurch minimiert sich das Verlustrisiko für den Verkäufer spürbar.
Mobile Paymant im Vergleich zu anderen Zahlungsarten
Dass Mobile Payment eine immer größere Rolle im täglichen Leben spielt, zeigt auch die Studie der Universität Regensburg vom August 2007, in der Händler zu aktuell verfügbaren Zahlungsarten befragt wurden. Insbesondere die im Vergleich mit Kreditkarten, Nachnahmeversand oder gar Paypal günstigen Gebühren von Mobile Payment wurden positiv beurteilt. Nicht zuletzt bedeutet die vom verwendeten Handy und Mobilfunkvertrag unabhängige Zahlungsart eine Ausweitung des Kundenkreises auf nahezu jedes Land.
Die Tatsache, dass statistisch jeder Bürger ein Handy besitzt, und die unkomplizierte Nutzung von Mobile Payment machen dieses zu einem zukunftsträchtigen Zahlungssystem. Unternehmen wie Luupay oder der Web-Payment-Anbieter T-Pay vergeben auch dank ihrer E-Geld-Lizenz Guthabenkonten zur besseren Kostenkontrolle an ihre Kunden. Diese Prepaid-Lösung steht aufgrund des Taschengeldparagraphen, § 110 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch), sogar für Jugendliche ab 14 Jahren offen.
Für Shoppingfreunde stehen auch Lastschrift oder Kreditkartenzahlung bereit, um jederzeit Artikel per Handy zu erwerben, wobei die Mobil-Payment-Anbieter die letztliche Transferierung des Geldes zum angeschlossenen Händler übernehmen. Nicht zuletzt besteht beim Mobile Payment die Möglichkeit, selbst Kleinstbeträge im Centbereich zu begleichen.
Fazit
Dank der bereits heute unkomplizierten Nutzung von Mobile Payment stehen dem System viele Türen offen. Mehr und mehr Händler erkennen den Trend zur modernen Zahlungsmethode und schließen entsprechende Verträge mit den neuen Bezahlinstituten ab. Gut für den Kunden, kann er doch künftig immer häufiger sein schweres, mit Münzen, Geldscheinen und Karten gefülltes Portemonnaie daheim lassen. Kombiniert mit einem begrenzt aufgeladenen Guthabenkonto, entsteht gerade bei Ausflügen ins Nachtleben ein weiterer Sicherheitsfaktor, bei dem auch die Kosten im vorab festgelegten Rahmen bleiben.
10/2007, Reinhold M. Sigler

|  | Reinhold M. Sigler, Country Manager Germany, betreut das Unternehmen Luupay in Deutschland.
|

Kommentare zu diesem Beitrag 
|  |  |

Weitere Beiträge zu diesem Thema
|  |  |
 |  |  | Jeder kann sich mit wenigen einfachen Schritten für einen sicheren Einkauf im Netz fit machen. Window Snyder, Chief Security Officer bei Mozilla, gibt im folgenden ein paar Tipps... |  |  |  | Auf dem Mobilfunksektor steht das Jahr 2008 ganz im Zeichen des mobilen Internet... |  |  |  | Affiliate Marketing bedeutet die Vermittlung und den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen durch erfolgsbasierte Vertriebsnetze im Internet. Und ist heute ein wesentlicher Bestandteil im Marketing Mix... |  |  |  | Die ING-DiBa entschloss sich zu einem massiven Einschnitt: Die Repräsentation der Daten wurde auf ein professionelles IT-System für Business Intelligence umgestellt... |  |  |  | Wie viele und welche Produkte abbilden? Antwort: Die Produkte abbilden, die den Shop-Besucher im Moment des Startseiten interessieren! Dabei darauf achten, dass die Startseite übersichtlich und nicht überladen wirkt... |  |
Beiträge aus anderen Themenbereichen
|  |  |
 |  |  | Wer sich mit Führungskräften unterhält, hört viel über Zielvereinbarungen, Effizienzoptimierung, Kostensparen, Dauermeetings und die Tücken der Konkurrenz... |  |  |  | Wenn wir in unserem Umfeld von Wissensmanagement sprechen, dann beziehen wir uns in erster Linie auf Informationen, die bereits digital vorhanden sind... |  |  |  | Verschiedene Studien über das europäische Private-Banking-Geschäft stellen fest, dass bei Privatbanken und Vermögensverwaltern der Kundenservice als wichtigster Differenzierungsfaktor angesehen wird... |  |
|  | |  |