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Systematische Einführung von e-Procurement

Kaum ein anderes Thema hat den betriebswirtschaftlichen Forschungsbereich der Beschaffung und die Einkaufsabteilungen der Unternehmen in den vergangenen Jahren mehr beschäftigt, als das des e-Procurements. Unter e-Procurement versteht man den Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) im Beschaffungsbereich von Unternehmen. Letztendlich handelt es sich um einen Sammelbegriff für unterschiedliche Ansätze zur Integration von elektronischen Kommunikationsprozessen in die betrieblichen Beschaffungsabläufe.
Fehlende Strategien und mangelnde Konsequenz
Getrieben durch Prognosen von Softwareanbietern und Unternehmensberatungen über mögliche Einsparpotenziale haben viele Unternehmen e-Procurement-Projekte initiiert. Dabei haben fehlende Strategien, mangelnde Konsequenz sowie Fehler im Rahmen der Umsetzungsphase dazu geführt, dass die tatsächlich realisierten Einsparungen deutlich hinter den geplanten blieben. Bisherige Projekterfahrungen zeigen, dass die wesentlichen Schwachstellen in dem Fehlen warengruppenübergreifender und verbindlicher Beschaffungsstrategien, in einer mangelnden Integration der neuen Procurement-Systeme in die bestehenden Enterprise-Ressource-Planning-Systeme (ERP-Systeme) und in der geringen Akzeptanz seitens der Anwender zu sehen sind. Zunehmend wird deutlich, dass es sich bei e-Procurement-Projekten um mehr handelt, als lediglich eine weitere Software zu implementieren. Oft zitierte C-Artikel, wie beispielweise Büromaterialien und Werkzeuge, direkt durch den Bedarfsträger mit Hilfe eines Katalog-Management-Systems zu beschaffen, reicht nicht aus, um die geplanten Einsparungen komplett zu realisieren.
Trotz Enttäuschungen hoher Verbreitungsgrad
Trotz der zum Teil enttäuschten Erwartungen steigt der Verbreitungsgrad von e-Procurement-Anwendungen stetig. Deloitte Consulting kommt im Rahmen einer Studie zu dem Ergebnis, dass sich der Einsatz von Katalog-Management-Systemen, elektronischen Marktplätzen sowie elektronischen Ausschreibungen und Auktionen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt hat. Beispielsweise werden Katalog-Management-Systeme von 22% der befragten Unternehmen bereits produktiv eingesetzt, elektronische Marktplätze von 14%, elektronische Ausschreibungen und Auktionen von insgesamt 19% der an der Studie beteiligten Unternehmen. Ursache für diesen positiven Trend sind die weiterhin vorhandenen Einsparpotenziale, die durch ein entsprechendes Projektcontrollingkonzept erst komplett erschlossen werden können. Mit einem umfassenden Controllingkonzept erreicht man, dass Ziele definiert, Strategien sachlich formuliert, konsequent operationalisiert und umgesetzt werden.
Damit wird die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Controllings für e-Procurement-Projekte deutlich. Erste Aufsätze zum Controlling von e-Business, teilweise auch "e-Controlling" genannt, stellen fest, dass zwischen e-Business und Controlling eine hybride Beziehung existiert. Zum einen bietet e-Business eine effiziente Möglichkeit zur Generierung controllingrelevanter Informationen und unterstützt damit die Informationsfunktion des Controllings. Zum anderen handelt es sich beim e-Business um ein neues Objekt des Controllings, bei dem die klassischen Funktionen des Controllings (Planung, Steuerung und Kontrolle) ebenfalls berücksichtigt werden müssen.
E-Procurement als neues Objekt des Controllings
Die Relevanz eines ganzheitlichen Controllingkonzeptes für e-Procurement wird dadurch verstärkt, dass die Komplexität aktueller Projekte deutlich zunimmt. Jüngste Entwicklungen zum Thema Supplier Relationship Management (SRM) zeigen, dass es zukünftig zu einer Integration bzw. Zusammenfassung diverser e-Procurement-Anwendungen über die Bildung von Beschaffungsportalen kommen wird. Lesen Sie das nächste Kapitel
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01/2005, Lars Budde

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