Pago-Report 2006 zeigt relevante Trends des europäischen E-Payments

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Bereits im fünften Jahr in Folge hat der Acquiring & Payment Service Provider Pago eTransaction Services Kaufvorgänge in europäischen Online-Shops ausgewertet – dieses Mal rund 50 Millionen – und die Ergebnisse in einer einzigartigen E-Commerce-Studie unter dem Titel "Trends im Kauf- und Zahlverhalten in den relevanten E-Commerce-Branchen im Jahr 2005" zusammengefasst.

Einzigartig deshalb, da der Pago-Report 2006 die weltweit einzige Untersuchung über den Online-Handel darstellt, die auf der Auswertung tatsächlicher Transaktionen, nicht auf Umfragen, beruht. Mit einem Umfang von über 170 Seiten, rund 100 Tabellen und fast 100 Grafiken ist der Pago-Report 2006 im Vergleich zu seinen Vorgängern deutlich detaillierter geworden.

"Während noch vor kaum zwei Jahren der E-Commerce als Bereich mit ständig neuen Entwicklungen und sich permanent verändernden Strukturen galt, lässt sich nun feststellen: Die Beruhigung und die damit gewachsene Akzeptanz des Online-Handels bei den Konsumenten führen zurzeit zu einem wahren Boom im E-Commerce", sagt Dr. Markus Weber, Managing Director Pago, "das rasante Wachstum war im Beobachtungszeitraum des Pago-Report 2006 allerdings nur in seinen ersten Ausläufern zu erahnen. So ist die Anzahl der Kaufvorgänge im dritten Quartal 2005 im Vergleich zum Vorjahrsquartal bereits spürbar angestiegen."

Als einen der Hauptunterschiede zum stationären und Versandhandel macht Weber im E-Commerce das Fehlen eines ausgeprägten "Sommerlochs" sowie des klassischen Weihnachtsgeschäfts aus: "Stattdessen werden die meisten Kaufvorgänge in den Monaten Februar bis April getätigt." Basis dieser Resultate bildet die Analyse von rund 50 Millionen echten Kaufvorgängen, die über die Pago- Plattform zwischen dem 1. Oktober 2004 und dem 30. September 2005 abgewickelt wurden. Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht das Kauf- und Zahlverhalten deutscher und internationaler Käufer in europäischen Online-Shops sowie das Zahlungsausfallrisiko der Online-Händler. Im Detail betrachtet wurden die typischen E-Commerce-Branchen Retail (der Online-Handel mit physischen Waren),Online-Gambling, Health (der Handel mit Medikamenten und ähnlichen Produkten), Telecommunications und Travel (zum Beispiel Online-Reisebüros und Low Cost Airlines).


Online-Gambling boomt

Bei der Verteilung der Anteile zwischen den Branchen ist es zu einer erdrutschartigen Verschiebung gekommen: Während in den Jahren zuvor stets das klassische Retail-Geschäft den E-Commerce dominierte, so hat nun erstmals das Online-Gambling die Rolle des Spitzenreiters übernommen. Inzwischen entfallen 46,1 Prozent (2004: 32 Prozent) aller Transaktionen auf Angebote rund um Online- Games, Online-Casinos (Poker, Black Jack, Roulette) und Sportwetten. Markus Weber bringt es auf den Punkt: "Online-Gambling wird immer beliebter." Zum Vergleich: Retail hat nur noch einen Anteil von 37,7 Prozent (2004: 53,7 Prozent). Die anderen Branchen blieben dagegen nahezu konstant.


Frauen geben online mehr Geld aus als Männer

Wenn Frauen im Internet Geld ausgeben, so ist die Summe deutlich höher als bei Männern. Zwar ist nur jeder dritte Online-Käufer weiblich, doch erzielen Frauen mit 54,50 Euro im Durchschnitt einen höheren Warenkorbwert als Männer mit lediglich 47,81 Euro. Ein Grund dafür, so Markus Weber, liege darin, dass das männliche Geschlecht sich überproportional gern der Serviceleistungen und Angebote des Bereichs "Telecommunications" bediene, zu dem beispielsweise Handy-Klingeltöne, Call-by-Call- Dienste und Domain-Hosting gehörten und die im Preissegment unter zehn Euro lägen. Frauen dagegen hätten bei den Warenkörben zwischen 100 und 500 Euro einen deutlich höheren Anteil.


Zentrales Ruhrgebiet verdrängt Hamburg von Spitze des Pago E-Commerce-Atlas

Deutscher Spitzenreiter, sortiert anhand der ersten zwei Postleitzahlen, des Pago E-Commerce-Atlas ist erstmals in der fünfjährigen Geschichte des Pago-Report das Zentrum des Ruhrgebiets mit der Region Gelsenkirchen / Essen (PLZ-Bezirk 45). Dahinter folgen das Hamburger Umland (PLZ 22) und das PLZ-Gebiet 63 (Offenbach und Umland). Abgestürzt ist die Hamburger City (PLZ 20) auf Rang 179, im Vorjahr noch Spitzenreiter. Weitere Absteiger sind Nürnberg (von Platz 2 auf 30) und München (von Rang 6 auf 48). Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Randgebiete von Bayern und Baden-Württemberg kristallisieren sich im Bereich des E-Commerce noch weitgehend als Brachland heraus.


Münchener sind die fleißigsten Kreditkartennutzer im Online-Handel

Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen und Ländern ergeben sich auch im Zahlverhalten. Während Kunden aus PLZ-Region 8 (Region München) die fleißigsten Kreditkarten-Nutzer sind, bevorzugen Käufer aus PLZ-Region 1 (Großraum Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern) am häufigsten Offline-Zahlarten wie Kauf auf Rechnung, gegen Vorkasse oder per Nachnahme. "Insgesamt bleibt die Kreditkarte das wichtigste Zahlungsmittel im Internet. Allerdings ist das elektronische Lastschriftverfahren (ELV) bei deutschen Online-Käufer immer noch am beliebtesten und hat sogar zugelegt", führt Dr. Markus Weber aus. Während Käufer aus Großbritannien und dem nicht europäischen Ausland fast zu 100 Prozent auf die Kreditkarte setzen, bezahlen sechs von zehn deutschen Online-Käufern per elektronischer Lastschrift. Bei der Kreditkartennutzung deutscher Online- Käufer hat erstmals seit Einführung des Pago-Reports Master Card den Konkurrenten Visa überholt. Im übrigen Europa verläuft der Trend genau umgekehrt. "Zum ersten Mal seit 2002 zeichnen sich spürbare Veränderungen im E-Payment ab", fasst Markus Weber das neue Zahlverhalten zusammen, "das hat einerseits mit neuen Zahlarten wie der Online-Überweisung und giropay zu tun, viel mehr aber mit der zunehmenden Bedeutung von Debit-Karten, zum Beispiel Maestro, im Online-Handel."


Mechanismen zur Betrugsabwehr bei Online-Shops greifen

Die Händler können dabei auf eine höhere Zahlungssicherheit bauen. Beleg ist die fast halbierte Chargeback-Quote. Ein solches Chargeback entsteht nur bei einer Kreditkartentransaktion, wenn der Kartenhalter einem auf seinem Kreditkartenauszug aufgeführten Betrag widerspricht und das kartenausgebende Institut diesem Widerspruch stattgibt. Dann erfolgt die Rückbelastung des Betrags, der dem Online-Shop gutgeschrieben worden ist. Der Kartenhalter widerspricht der Belastung, weil er den Kauf selbst gar nicht ausgelöst hat, weil er die Ware nicht erhalten oder weil er sie ordnungsgemäß zurückgegeben hat. Im ersten Fall handelt es sich in aller Regel um einen Betrugsversuch. Die von durchschnittlich 0,83 auf 0,48 Prozent gesunkene Chargeback-Quote zeigt, dass die Mechanismen zur Betrugsabwehr bei den Online-Shops weitgehend greifen.


Weitere Ergebnisse des Pago-Reports 2006

Der Pago-Report enthält außerdem die folgenden Kernaussagen zum Kauf- und Zahlverhalten sowie zum Zahlungsausfallrisiko im Online-Handel:

  • Nach wie vor gilt: Deutsche Konsumenten kaufen vorwiegend in deutschen Online-Shops.


  • Der Anteil nicht-europäischer Käufer in europäischen Online-Shops ist um drei Viertel gesunken.


  • Es gibt keine ausgeprägte Saisonalität im B2C-E-Commerce; die Abweichungen der Kaufvorgänge pro Monat vom statistischen Durchschnitt sind relativ gering.


  • Der verkaufsschwächste Monat im Beobachtungszeitraum war der Oktober 2004, der verkaufsstärkste war der Mai 2005.


  • Die verkaufsstärksten Wochentage sind der Donnerstag und der Freitag. An den Wochenenden wird am wenigsten online eingekauft.


  • Deutsche Shopper kaufen am häufigsten während der Arbeitszeit ein; allein bis zum Nachmittag (10:00 bis 14:00 Uhr) fallen mehr als ein Viertel aller Kaufvorgänge an.


  • Der Anteil der Frauen am Online-Shopping ist mit rund einem Drittel an allen Kaufvorgängen im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben, aber im Vergleich zu 2003 deutlich gesunken.


  • Der durchschnittliche Warenkorbwert ist insgesamt um 13,21€ gesunken. Die Veränderungen des durchschnittlichen Warenkorbwerts ergaben sich hauptsächlich durch die unterschiedlichen Entwicklungen in den E-Commerce-Branchen mit ihren jeweils typischen Warenkorbwerten.


  • Weibliche Shopper erzeugen wertvollere Warenkörbe als Männer. Das gilt unabhängig von der geografischen Herkunft.


  • Über alle Shop-Länder und Konsumenten aus allen Ländern hinweg betrachtet hat die Kreditkarte als Online-Zahlart scheinbar verloren. Tatsächlich ergibt sich dieser Gesamteindruck dadurch, dass deutsche Käufer mit ihrem hohen Anteil an Kaufvorgängen in der Telecommunications-Branche und ihrer starken Präferenz für das elektronische Lastschriftverfahren einen überproportionalen Anteil an allen Kaufvorgängen haben.


  • Die Anteile an den Kaufvorgängen von Kunden aus UK und dem nicht-europäischen Raum, bei denen eine Kreditkarte eingesetzt wird, liegt immer noch bei annähernd 100%.


  • Deutsche Konsumenten setzen noch stärker auf das elektronische Lastschriftverfahren (ELV) – der ELV-Anteil liegt jetzt bei über 60% der Kaufvorgänge.


  • Der Anteil der Offline-Zahlarten bei Kaufvorgängen deutscher Käufer ist wider Erwarten, wenn auch nur minimal, gestiegen. Deutsche Frauen haben immer noch eine Vorliebe für die Offline-Zahlarten und setzen sie bei über 13% der Kaufvorgänge ein.


  • Der durchschnittliche Warenkorbwert bei Kreditkartentransaktionen ist mit knapp 48€ geringfügig gesunken.


  • Im Vergleich der beiden großen Kreditkarten-Brands, Visa und MasterCard, zeigt sich ein leichter Zuwachs bei MasterCard. Auch der Anteil der anderen Karten (u.a. American Express, Diners) ist größer geworden.


  • Die Erfolgsquoten bei Kreditkartentransaktionen sind durchweg angestiegen, bei Shoppern aus dem nicht-europäischen Raum sogar deutlich.


  • Die durchschnittliche Chargeback-Quote ist insgesamt auf den erfreulichen Wert von 0,48% gesunken.


  • Die Chargeback-Quote deutscher Shopper ist gestiegen, allerdings relativ geringfügig auf 0,42%.


  • Die höchsten Chargeback-Quoten findet man in der Warenkorbwertgruppe zwischen 100€ und 500€, die geringsten im Segment über 500€.


  • Der Anteil des Retail an allen Kaufvorgängen ist deutlich zurückgegangen. Der Anteil des Online-Gambling ist in annähernd gleichem Maße gestiegen.


  • Die Verschiebung der Anteile zwischen Retail und Online-Gambling fand fast erdrutschartig in den Monaten Februar und März 2005 statt.


  • Die Telecommunications-Branche ist auf gleichem Niveau geblieben, das Health-Segment konnte leicht zulegen.


  • Die Travel-Branche entwickelt sich bei nicht-deutschen Shoppern sehr positiv, bei deutschen Konsumenten allerdings noch zögerlich.


  • Online-Gambling ist bei deutschen Konsumenten erheblich populärer geworden, der Anteil der Branche ist um mehr als 2% gestiegen.


  • 05/2006, Pago eTransaction Services GmbH

    Pago eTransaction Services GmbH (Köln) ist ein internationaler Acquiring & Payment Service Provider, der für Unternehmen aus E-Commerce, dem Versandhandel und dem stationären Handel (Point-of-Sale) tätig ist.


    Kommentare zu diesem Beitrag 


    Pago-Report 2006 zeigt relevante Trends ...  
    Fachartikel 16.05.06
    Re: Pago-Report 2006 zeigt relevante T...  
    Alex Kruschek 08.11.06

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