E-Procurement wird Standardlösung in deutschen Unternehmen

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E-Procurement, die elektronische Beschaffung von Gütern oder Dienstleistungen über das Internet, wird bei deutschen Unternehmen zunehmend in den Geschäftsalltag integriert. Laut einer aktuellen Umfrage des Softwareherstellers Wilken www.wilken.de verwenden bereits 68,5 Prozent aller Unternehmen den Einkauf mittels elektronischer Beschaffungslösungen, dies sind rund 22 Prozent mehr als im Vorjahr.

Trotzdem befindet sich das E-Procurement in Deutschland noch in der ersten Entwicklungsstufe, ist Wolfgang Grandjean, Marketing- und PR-Leiter bei Wilken, überzeugt. "Knackpunkt ist die Einbindung der Rechnungsprüfung. Wenn nur zehn Prozent der Rechnungen nicht zugeordnet werden können, entsteht dadurch sehr viel zusätzliche Arbeitszeit. Ist die Rechnungsprüfung jedoch an das E-Procurement angeschlossen, können 98 Prozent der Rechnungen zugeordnet werden, die benötigte Arbeitskraft verringert sich". Nur 37,1 Prozent der Befragten sind davon überzeugt, dass der Einkauf ihres Unternehmens optimal organisiert ist, der Wert stagniert damit auf Vorjahresniveau.

Im Rahmen der Studie wurden 100 Einkaufsleiter deutscher Unternehmen zu den Einkaufspraktiken befragt. Elektronische Bestellkataloge werden bereits von 96 Prozent der Unternehmen benutzt, im Vorjahr lag dieser Prozentsatz erst bei 57 Prozent. Die Studienergebnisse ergaben darüber hinaus, dass sich die Zahl der Unternehmen, deren Einkauf dezentral organisiert wird, von 8,9 Prozent im Vorjahr auf 23,6 Prozent gesteigert hat.

Auch der Wareneingang weist immer öfter dezentrale Strukturen auf. Demnach wurden 2005 noch zwei Drittel davon zentral organisiert, in diesem Jahr sank der Anteil bereits auf 55 Prozent. Die Zunahme der dezentralen Beschaffungslösungen ist für Grandjean ein Zeichen dafür, dass die Einbindung der anderen Unternehmensbereiche in den Einkauf und die Rechnungsabwicklung bereits eine positive Entwicklung nimmt.

Zunehmend elektronisch werden heute auch Genehmigungsverfahren abgewickelt. Während 2005 ein Viertel aller Unternehmen auf den Verfahrensweg über das Internet setzte, erhöhte sich der Anteil in diesem Jahr bereits auf 46,5 Prozent. Ein kleiner Teil der Befragten benutzt sowohl Papier als auch den elektronischen Weg, um Genehmigungsverfahren zu organisieren. Dieser Anteil sank jedoch zugunsten des elektronischen Verfahrens innerhalb des vergangenen Jahres von 17 Prozent auf 11 Prozent.

Gegenüber dem Vorjahr konnte durch den Einsatz von E-Procurement auch die durchschnittliche Zeitspanne von Bestellvorgängen verkürzt werden. Dauerte der Vorgang von Bestellung bis Auslieferung im Vorjahr noch 5,5 Tage, so sank der Zeitraum auf 3,7 Tage. "Es gibt zwar Unternehmen, die den Bestellvorgang in noch kürzerer Zeit abwickeln, als Durchschnittswert ist er aber bereits sehr gut", meint Grandjean. Obwohl heute mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (52,7 Prozent) ihr Beschaffungssystem in das ERP-System integriert hat, lag der Anteil im Vorjahr noch bei 61,2 Prozent. Darüber hinaus fehlt oftmals die Verbindung mit elektronischen Beschaffungssystemen. E-Procurement, das auch in den Datenaustausch mit dem unternehmensinternen ERP-System eingebunden ist, könnte den Vorgang der Rechnungsprüfung beschleunigen, so Grandjean. Viele Möglichkeiten blieben dadurch ungenutzt. "Wichtig ist, das E-Procurement in das Einkaufs- und Warenwirtschaftssystem zu integrieren, abhängig von Art des Unternehmens kann dies im Idealfall auch zu einer Abschaffung des Lagers führen, da Güter geliefert und sofort verwendet werden", so Grandjean.

20.09.2006, Victoria Schubert, pressetext.deutschland




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