Zukäufe verdaut: Oracle greift wieder an

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Analyst: "SAP sollte jetzt nicht in Hektik verfallen"

Der US-Softwareriese Oracle www.oracle.com hat seine milliardenschweren Zukäufe offenbar gut verdaut und geht nun wieder in Angriffsstellung über. Der SAP-Rivale konnte dank seiner Akquisitionen satte Zuwächse sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn verbuchen und nimmt dem deutschen Konkurrenten www.sap.com nach eigenen Angaben rasch Marktanteile auf dem Applikationsmarkt ab. "Oracle hat wieder Fuß gefasst", meint auch National-Bank-Analyst Manfred Jaisfeld im Gespräch mit pressetext. "SAP ist aber gut aufgestellt und sollte jetzt nicht in Hektik verfallen", betont der Experte.

Oracle hat in den vergangenen Monaten massiv auf Akquisitionen gesetzt und für rund 20 Mrd. Dollar Wettbewerber wie PeopleSoft und Siebel Systems aufgekauft. SAP war es daraufhin vor allem auf dem US-Markt gelungen, verunsicherte Kunden abzuwerben. Nun gibt sich auch Oracle-Chef Larry Ellison wieder angriffslustig. SAP beginne angesichts der Marktanteilsverluste bereits, seine Strategie zu überdenken. SAP-Chef Henning Kagermann spreche nun von einer Akquisitionsstrategie, um das sich abschwächende organische Wachstum zu steigern, so Ellison in einer Aussendung.

Noch in der Nacht auf heute, Mittwoch, widersprach SAP dieser Darstellung allerdings nachdrücklich. "Ich halte es nicht für sinnvoll, es Oracle gleichzutun", meint auch Analyst Jaisfeld. Oracle habe den Markt bereinigt und damit sei für SAP ohnehin nur noch ein großer Rivale übrig geblieben. "Technologisch getriebene Zukäufe, mit denen SAP sein Produktportfolio ergänzen kann, wird es natürlich weiterhin geben", so Jaisfeld.

Oracle hat im abgelaufenen ersten Geschäftsquartal 2006/07 einen Umsatz von 3,6 Mrd. Dollar erwirtschaftet und damit um 30 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn kletterte um 28 Prozent auf 670 Mio. Dollar oder 0,13 Dollar pro Aktien. Bei den Softwarelizenzen verbuchte Oracle ein Plus von 28 Prozent auf 804 Mio. Dollar. Für das laufende zweite Quartal rechnet der SAP-Wettbewerber mit weiteren Zuwächsen. So soll der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahresquartal um zehn bis 14 Prozent auf 877,8 bis 909,7 Mio. Dollar steigen. Beim Umsatz stellt Oracle einen Sprung um 24 bis 26 Prozent auf 4,14 bis 4,21 Mrd. Dollar in Aussicht.

21.09.2006, Jörn Brien, pressetext.deutschland




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