Digitalisierung in Unternehmen: Wie sieht die Entwicklung aus?

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Die Digitalisierung wirkt sich auf unser gesamtes Leben aus, denn sie betrifft sowohl die Wirtschaft und Gesellschaft, als auch Bildung und Kultur. Aber was genau bedeutet die zunehmende Digitalisierung für Unternehmen und welche Vor- und Nachteile ergeben sich daraus? Für welche Branchen wird das Thema besonders interessant und welche Maßnahmen müssen Unternehmen jetzt diesbezüglich treffen?

Was genau verbirgt sich hinter dem Begriff „Digitalisierung“ und warum wird dies für Unternehmen immer wichtiger?

Grob gesagt beschreibt der Begriff „Digitalisierung“ die Umwandlung analoger Daten oder Werte in ein Format, welches sich digital nutzen lässt. Dazu ein stark vereinfachtes Beispiel: Wurde deine To-Do-Liste bisher per Hand geschrieben, so werden alle benötigten Dinge neuerdings per App gespeichert oder gar per OCR-Texterkennung in Dokumenten entsprechend eingelesen und gesichert. Die Digitalisierung ist also keinesfalls ein Zukunftsthema, sondern vielmehr ein Prozess, der schön längst seine Anfänge genommen hat. Unternehmen, die in diesem Bereich falsch oder zu spät handeln, verpassen wichtige Wachstumschancen, sodass sie nicht langfristig auf dem Markt mithalten können.

Welche Vorteile und Nachteile bringt die zunehmende Digitalisierung für viele Unternehmen mit sich?

Die Digitalisierung stellt altbewährte und etablierte Geschäftsmodelle in Frage und erfordert von den Unternehmen neue Denkweisen und Anstöße im Bereich der Unternehmenssteuerung. Nutzt ein Unternehmen die Chancen der Digitalisierung, so kann es sich im Handumdrehen einen Wettbewerbsvorteil erarbeiten. Es kann Kundenwünsche deutlich schneller und kostengünstiger erfüllen und die Mitarbeiter profitieren von ergonomisch gestalteten Arbeitsplätzen, indem beispielsweise eine gute Software-Ergonomie psychischen Stress verhindert. Darüber hinaus kann die Digitalisierung den Fachkräften im Betrieb mehr Raum geben, um kreative Projekte selbst zu verwirklichen.

Vor allem aber ist die Arbeit insgesamt flexibler und mobiler, was letzten Endes die Vereinbarkeit von Familie und Beruf deutlich besser ermöglicht. Aber beben den Chancen der Digitalisierung ergeben sich auch einige Risiken für Unternehmen. So müssen Anpassungen in arbeitsrechtlichen Aspekten stattfinden, was den Datenschutz und das flexible Arbeiten betrifft. Es gibt bisher auch noch keine eindeutige Prognose dafür, wie sich der Arbeitsmarkt in Zukunft verändern wird, aber eines ist sicher: Es werden bestimmte Jobs wegfallen, während in anderen Bereichen zeitgleich neue Arbeitsplätze entstehen.

Warum werden Daten als „Rohstoff der Zukunft“ in Zusammenhang mit der Digitalisierung bezeichnet?

„Daten sind der Rohstoff der Zukunft“ – mit diesen Worten hat Bundeskanzlerin Merkel schon vor einigen Jahren dazu aufgerufen, sie gesellschaftlichen Veränderungen, die mit der zunehmenden Digitalisierung einhergehen, besser zu akzeptieren. Da Deutschland nicht über allzu viele Rohstoffe verfüge und der Wohlstand in unserem Land in erster Linie auf dem Export beruht, sind Erneuerungen und Innovationen wichtig, die auch außerhalb von Deutschland benötigt werden. Gemeinsam mit EU-Kommissar Günter Oettinger hat Merkel bereits 2015 davor gewarnt, den Anschluss an die weltweite Digitalisierungsentwicklung zu verpassen, was nicht zuletzt auch mit den hohen Datenschutzbestimmungen beruht, die hierzulande gelten.

Jakub Jirsak/123rf.com

Daten dürfen nicht als Gefahr für die Zukunft angesehen werden, sondern eher als Teil unserer realen Welt. Derzeit findet noch ein weltweiter Wettlauf statt, der in etwa zehn bis fünfzehn Jahren beendet sein wird. Nur wer im digitalen Bereich Standards setzen kann, kann sich auch langfristig auf dem Markt behaupten. Hat Deutschland bis dato den Anschluss tatsächlich verloren, sind deutsche Unternehmen nur noch als verlängerte Werkbank zu betrachten.

Für welche Branchen wird das Thema Digitalisierung besonders wichtig und warum?

Der Bereich der Digitalisierung erstreckt sich im Grunde über alle Bereiche und geht weit über die reine Online-Vermarktung oder den Vertriebsweg hinaus. Die Analyse des Kundenverhaltens und von Unternehmensdaten erlauben die Entwicklung innovativer, neuer Dienstleistungen und Produkte. Die gesamte Wertschöpfungskette wird durch die Digitalisierung revolutioniert, sodass Unternehmen gezwungen sind, in diesem Bereich möglichst schnell umzudenken. Haben sich bestimmte Service- und Geschäftsmodelle bisher noch als sinnvoll erwiesen, so sind es heute längst neue Ideen und Innovationen im Service- und Geschäftsbereich, durch die sich das Unternehmen langfristig auf dem Markt behaupten kann.

Welche konkreten Maßnahmen sollten Unternehmen in Bezug auf die zunehmende Digitalisierung umsetzen?

Klar ist: Die Digitalisierung eröffnet viele Chancen und wird zugleich massiv die Arbeitswelt verändern. Damit müssen Unternehmen auch Aus- und Weiterbildungen eine hohe Bedeutung zukommen lassen, denn nur so lassen sich langfristig geeignete Nachwuchskräfte an das eigene Unternehmen binden. Schon heute herrscht hierzulande ein massiver Fachkräftemangel im IT-Bereich, der sich laut vieler Experten auch in Zukunft noch weiter zuspitzen wird. Mit geeigneten Schulungen und maßgeschneiderten Weiterbildungslösungen gelingt es einem Unternehmen, geeignete Mitarbeiter für die eigenen Belange zu schulen, die genügend technischen Wissen besitzen, um die Ziele des Unternehmens verfolgen zu können.

Fazit

Die Digitalisierung lässt sich längst nicht mehr stoppen. Möchte ein Unternehmen nicht den Anschluss verpassen, muss es in diesem Bereich schnell handeln und passende Lösungen finden. Nur durch die Teilnahme an der zunehmenden Digitalisierung können sich Firmen heutzutage langfristig auf dem Markt behaupten.