E-Zigaretten im Online-Handel – Was steckt hinter der Kritik?

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Die Tabakindustrie ist darum bemüht, ihre Marktanteile an Zigaretten und Co. nicht zu verlieren. Unterstützt wird deren Bemühen von staatlicher Seite. Immerhin liefert die Tabaksteuer nach Umsatz- und Lohnsteuer den sechsthöchsten Steuerbeitrag in die Staatskasse. Darum wird in Kampagnen seit Markteinführung der E-Zigarette vor deren Risiken gewarnt. Aber was ist da wirklich dran?

Mythos Eins: Die Schadstoffe in der E-Zigarette

Erhitzter Dampf setzt Schadstoffe frei. Das ist unbestritten. Doch der Rauch einer normalen Zigarette enthält mehr als 4.000 Schadstoffe. Darunter macht Nikotin einen großen Anteil aus. Es wirkt in verbrannter, feinstofflicher Form schädlich auf die Lunge. Produktbedingt werden aus dem erhitzten Liquid der E-Zigarette nur vier Stoffe freigesetzt. Einer dieser Stoffe ist Wasser, welches auch beim Inhalieren nicht schadet.

Natürlich beeinflusst alles, was wir einatmen, unsere Lunge und somit unseren gesamten Körper. Aber vier gegen 4.000 – das bedeutet entgegen anderer Behauptungen eine Verringerung der Schadstoffbelastung um sage und schreibe 3.996 Risiken.

Mythos Zwei: Das Suchtpotenzial der E-Zigarette

Zweifellos hat das Nervengift Nikotin ein enormes Suchtpotenzial. Deshalb rauchen Raucher regelmäßig und unausweichlich. Warum aber schaffen es dann so viele, mit der E-Zigarette das Rauchen aufzugeben? Ganz einfach: Die bisher abhängigen Raucher können die Nikotinmenge pro Zug durch die E-Technologie beeinflussen. Schon beim Mischen der Liquids kann die maximal abgegebene Nikotinmenge individuell festgelegt werden.

Es sind keine weiteren Stoffe mit Suchtpotenzial enthalten, höchstens in Form von fruchtigen Aromen. Ohne Nikotinpflaster oder Hypnose gelingt der Ausstieg dauerhaft. Außerdem muss hinsichtlich des Suchtverhaltens zwischen Nikotinabhängigkeit und Gewohnheit unterschieden werden. Viele Raucher sind gar nicht abhängig von der regelmäßigen Zufuhr an Nikotin. Sie empfinden das pure Inhalieren als entspannend.

Auf diese Gewohnheit des Inhalierens muss beim Umstieg vom Rauchen zum Dampfen nicht verzichtet werden. Dennoch führt dies häufig zu einer freiwilligen Reduzierung bis hin zum völligen Verzicht auf Nikotin.

Mythos Drei: Wegen mangelnder Gewissheit potenziell riskant

Skeptiker der E-Zigarette mahnen an, dass die Wissenschaft noch nicht per Langzeit den Nutzen oder Schaden des Rauchersatzes getestet habe. Aber die E-Zigarette wurde bereits vor einigen Jahrzehnten auf dem Markt eingeführt. 1963 wurde das erste Patent dafür vergeben. Spätestens seit 2003 (Asien) begann die Markteinführung der heutigen Dampftechnologie.

Also gibt es Gründe für fehlende Untersuchungen: Sie werden schlichtweg nicht bezahlt. In der Regel werden umso weniger Studien angestrengt, je weniger Betroffene es zu einer Fachfrage gibt. Angesichts der steigenden Zahl von Dampfern (und somit sinkenden Zahl von geldbringenden Rauchern) ändert sich dies hoffentlich bald. Mindestens die Krankenkassen müssen zugunsten des Gesundheitserhalts an der Klärung interessiert sein.

Fazit

E-Zigaretten stehen praktisch seit ihrer Markteinführung in der öffentlichen Kritik. Die drei häufigsten Mythen lassen sich aber aus Praxiserfahrung und statistischer Analyse ganz einfach entkräften. Ein wichtiger Fakt ist die jahrzehntelange Erfahrung, dass Rauchern mit ihrer Hilfe der Ausstieg aus der Sucht (oder Gewohnheit) besser gelingt als mit anderen Entwöhnungsversuchen.