Ergonomie im Office – Der Arbeitsplatz der Zukunft

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Jeder gute Orthopäde weiß: Sitzen ist die nachweislich ungesündeste Körperhaltung, die es gibt. Trotzdem sitzen viele Menschen die meiste Zeit des Tages, Erhebungen zufolge bis zu 14 Stunden – besonders natürlich bei der Arbeit im Büro. Das ist auf Dauer nicht nur schlecht für die Haltung. Ärzte sind sich einig, dass auch Krankheiten wie chronische Kopfschmerzen oder Diabetes auf zu langes Sitzen zurückzuführen sind.

Orthopäden empfehlen daher, einen Teil der Arbeitszeit gezielt im Stehen zuzubringen. Intelligente Schreibtischsysteme können dabei helfen, zu erkennen, wann eine gesundheitsgefährdende Zeit im Sitzen überschritten ist – und geben praktische Tipps, wie man trotz Schreibtischarbeit seinen Alltag gesünder gestalten kann.

Im Stehen arbeiten – bringt es was?

Im Zuge des verstärkten Fokus auf Haltungsschäden und das gesundheitsschädliche Sitzen sind Stehschreibtische gewissermaßen in Mode gekommen. Sie sollen unter anderem die Wirbelsäule entlasten, die beim Sitzen stark gekrümmt wird – zumal viele Menschen auch im Bürostuhl nicht aufrecht sitzen, sondern dazu neigen, eine noch gekrümmtere, weil bequemere Sitzposition einzunehmen.

Stehschreibtische können hierbei Abhilfe schaffen, jedoch sind auch sie keine perfekte Lösung: Unser natürliches Verlangen, beim Arbeiten eine halbwegs bequeme Haltung einzunehmen, hält uns auch im Stehen manchmal davon ab, eine wirklich aufrechte und damit einigermaßen gesunde Haltung anzunehmen. Viele Menschen neigen auch beim langen Stehen zu einer gekrümmten, gebeugten oder „abstützenden“ Haltung. Dennoch ist diese besser als laxes Sitzen.

Was hilft wirklich bei langem Sitzen?

Die einzige Alternative zu einer dauerhaften Veränderung der Arbeitsposition ist die regelmäßige Abwechslung zwischen Sitzen und Bewegen. Neuere Studien haben herausgefunden, dass nicht das Sitzen an sich die Lebenszeit verkürzt, sondern dass es ruhende Positionen – als auch das Stehen – an sich sind, die sich negativ auf die langfristige Gesundheit auswirken können.

Fitness-Apps oder intelligente Schreibtischsysteme können dabei helfen, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Sitzen und Bewegung herzustellen. Zum Beispiel kann bereits die Erinnerung, dass nach einiger Zeit des Sitzens am Stück eine kleine Bewegungspause angebracht wäre, einen dauerhaften Effekt erzielen. Darüber hinaus können Fitness-Apps aufzeichnen, wie lange man am Tag sitzt, und ein dementsprechendes, ausgleichendes Fitnessprogramm für die Woche empfehlen.

Wer dazu noch angibt, wie er sich während der Arbeit ernährt, läuft auch nicht Gefahr, dank der vielen Sitzarbeit zuzunehmen. Gerade am Arbeitsplatz ist die Verlockung groß, schneller und beiläufiger zu ungesunden Snacks zu greifen. Das lässt sich verhindern, indem man einen genauen Plan über die Kalorienzufuhr führt und gewisse Grenzen mit ein wenig Disziplin einhält.

Regelmäßige Bewegung macht leistungsfähiger

Sich für Sport zu motivieren fällt etwas leichter, wenn man sich darüber im Klaren ist, dass er nicht nur „kompensiert“, was an anderer Stelle ungesund ist – so wie beim Sitzen. Wer regelmäßig Sport treibt, arbeitet auch langfristig an seiner eigenen Leistungsfähigkeit: Die Konzentration wird gesteigert, Müdigkeit wird verringert, der Schlaf verbessert sich und auch eine stabilere (gute) Laune stellt sich ein. Sport gleicht Büroarbeit also nicht nur aus, sondern kann sie auch langfristig angenehmer machen.