Geschäftsmodelle: Wie funktionieren Franchise-Unternehmen?

0
365
adiruch/123rf.com

Selbst wer keine Ahnung von Unternehmensführung hat, hat schon einmal den Begriff „Franchise“ gehört. Meist überwiegt hier nur ein Halbwissen darüber, was sich hinter diesem Geschäftsmodell versteckt. Oft wird es beispielsweise gleichgesetzt mit verschiedenen Fast-Food-Ketten. Dass in einem Franchise-Modell so viel mehr steckt als verschiedene Filialen mit gleichem Interieur, zeigt dieser Artikel.

Franchise-Unternehmen: Eine erfolgreiche Partnerschaft

Streng genommen bezeichnet das Franchise-Modell nicht mehr und nicht weniger als eine erfolgreiche unternehmerische Partnerschaft. Früher benutzte man für die zwei beteiligten Parteien die Bezeichnungen „Franchise-Nehmer“ und „Franchise-Geber“. Das bringt bereits zum Ausdruck, dass zwischen den Geschäftspartnern eine klare Hierarchie herrscht: Der eine bietet etwas an, der andere nimmt es. Weil das dem Grundgedanken von Franchise – nachdem beide Partner von dem Geschäftsmodell bestenfalls gleichermaßen profitieren – begrifflich etwas zuwider läuft, wird heute oft nur noch von Franchise-Partnern gesprochen.

Dass das Geschäftsmodell noch immer erfolgreich ist, ist unzweifelhaft. Das belegt unter anderem auch ein Blick auf eine Übersicht beliebter Franchise Unternehmen. Wie profitieren die Geschäftspartner nun voneinander? Um das zu erklären ist es hilfreich, auf die klassischen Begrifflichkeiten zurückzugreifen: Der Franchise-Geber verfügt bestenfalls über ein etabliertes Geschäftsmodell und eine bekannte Marke. Er verfügt weiterhin über Ressourcen und das nötige Wissen für ein erfolgreiches Unternehmen einer bestimmten Form.

Dmitriy Shironosov /123rf.com

Der Franchise-Nehmer findet die Geschäftsidee überzeugend und übernimmt viele Aspekte davon. Gehen die beiden Partner eine Kooperation ein, wandern die Nutzungsrechte der Marke von dem Franchise-Geber an den Franchise-Nehmer. Gleichzeitig verpflichtet er sich auch, gewisse Richtlinien der Unternehmensführung einzuhalten, die der Franchise-Geber vorgibt. Der Franchise-Nehmer sichert sich somit seine Selbstständigkeit, kann aber trotzdem auf ein etabliertes Geschäftsmodell zurückgreifen. Idealerweise hat er es so sehr viel leichter, sich mit einer bereits bekannten Marke am Markt zu etablieren.

Franchising ermöglicht einen Schnellstart

Damit ist das Franchise-Modell vor allem für solche Unternehmer geeignet, die sich nicht dem mühsamen Prozess der Etablierung einer eigenen Marke stellen wollen. Gleichzeitig geben sie damit auch ein Stück weit ihren Innovationsgeist ab: Der Franchise-Geber hat meist sehr klare Vorstellungen davon, wie ein Ableger auszusehen hat. Das geht so weit, dass neben einer Corporate Identity meist auch ein sogenanntes Corporate Behavior in einer Richtlinie festgehalten wird. Das heißt: Nicht nur Einrichtung, Farben und Markenname sind vorgegeben, auch die Kundenansprache folgt sehr strengen Regeln.

Wer damit keine Probleme hat, hat es mit Franchising unter Umständen sehr leicht: Viele unternehmerische Entscheidungen müssen nicht erst mühsam entwickelt und getestet werden, sondern können einfach von einem erfahrenen Dach-Unternehmen übernommen werden. Viele Gründer fühlen sich aber dennoch vom Franchising-Modell stark eingeschränkt und wollen es deshalb lieber mit einer eigenen Idee probieren. Das birgt zwar ein größeres Risiko, kann aber auch im unternehmerischen Sinne zufriedener machen.