Haftung: Was müssen Agenturen und Webdesigner bei Kundenprojekten beachten?

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Als Webdesigner steht man oft vor einer sehr wichtigen Frage: Sollte ich für den Kundenwunsch jetzt einen Vertrag abschließen? Oft wissen Webdesigner oder Agenturen auch nicht genau, was alles in diesen Vertrag hinein muss. Genau diese Fragen werden hier jetzt beantwortet.

Natürlich ist es klar, dass Menschen nicht gerne zum Anwalt gehen. Es ist aber nicht gerade von Vorteil bzw. sogar sehr unschlau, wenn überhaupt kein Vertrag geschlossen wird oder wenn der Kunde einen Vertrag unterschreibt, den er überhaupt nicht durchgelesen hat. Dabei sind Verträge abzuschließen eigentlich überhaupt nicht schwer. Alle Punkte die man dabei beachten sollte, werden jetzt zusammengefasst.

Was ist meine Aufgabe als Webdesigner?

Bei einem Vertrag, den ein Webdesigner oder eine Agentur mit einem Kunden abschließt, handelt es sich logischerweise um einen Werkvertrag. Denn die Agentur bzw. der Designer müssen ja ein Werk erstellen (Website oder ähnliches). Immer wenn man als Webdesigner einen Kundenwunsch annimmt, ist man dazu verpflichtet nicht nur ein Werk zu erstellen, sondern auch Erfolge zu leisten.

Der Erfolg der geleistet wurde, ist erst ganz am Ende einzusehen. Das bedeutet im Klartext: Der Webdesigner bzw. die Agentur und der Kunde sind dann zufrieden, wenn der Kundenwunsch erfüllt wurde und der Kunde die beanspruchte Leistung bezahlt hat. Aus diesem Grund muss unbedingt ein Pflichtenheft erstellt werden. Mit diesem Heft werden dann die Struktur festgesetzt und die Aufgaben für den Webdesigner klar formuliert.

Dabei wird gleichzeitig durchgesprochen, ob der Kundenwunsch überhaupt realistisch umsetzbar ist. Wenn sich schon Probleme bei der Erstellung des Heftes zeigen, können im Verlauf der Umsetzung noch größere Probleme auftreten. Um Streitigkeiten zu vermeiden, sollten die Ziele deshalb deutlich formuliert sein. Wenn ein Webdesigner meint, der Wunsch des Kunden wurde ordnungsgemäß umgesetzt, so kann der Kunde dabei ganz anderer Meinung sein.

Deshalb sollten sie sich durch einen Vertrag absichern, um hinterher Probleme zu vermeiden. Wenn die Agentur oder der Designer bedenken haben, muss das auch durch diesen Vertrag festgehalten werden. Es gibt einige Fälle, bei denen Webdesigner versucht haben, sich von der Haftung auszuschließen. Allerdings haben die Gerichte dabei nicht mitgespielt. Der einzige Trost für Webdesigner ist, dass der Kunde den Schaden genau belegen muss, was allerdings meist sehr kompliziert ist.

Rechtliche Aspekte

Bereits wenn der Kunde seinen Kundenwunsch äußert, denken sich einige Webdesigner, dass es durch diesen Auftrag zu einer langjährigen Geschäftsbeziehung kommen könnte. Allerdings stellt sich das am Ende oft als Trugschluss heraus. Es kommt nicht selten vor, dass der Webdesigner einen Anruf vom Kunden erhält mit der Bitte, die Zugangsdaten herauszugeben, damit sich ein neuer Webdesigner um die Seite kümmern kann.

Schon am Anfang sollte man sich als Webdesigner deshalb überlegen, ob der Kunde dazu überhaupt berechtigt sein darf. Wenn man es dem Kunden gestattet, dann sollte dies im Vertrag deutlich festgelegt sein. Man kann zusammenfassend also sagen: Ein Vertrag ist bei Webdesigns also dringend notwendig, um sich als Webdesigner oder als Agentur ordentlich abzusichern. Wenn die Website am Ende nicht funktionieren sollte, dann ist es die Pflicht des Webdesigners diese zu verbessern.