Tipps für mehr Umsatz als Amazon-Verkäufer

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Blue Planet Studio/shutterstock.com

Der Verkauf von Produkten auf Amazon wird von Jahr zu Jahr wettbewerbsintensiver und komplexer. Zum einen steigt die Anzahl der Verkäufer auf Amazon, zum anderen werden bestehende Verkäufer immer professioneller. Ebenfalls steigt die Anzahl der Möglichkeiten, die eigenen Produkte prominenter darzustellen. Durch die Vielzahl an Möglichkeiten, Produkte darzustellen und zu bewerben, verlieren viele Verkäufer den Überblick. Aus diesem Grund zeigen wir im heutigen Beitrag 5 Möglichkeiten auf, die eigenen Umsätze auf Amazon zu steigern!

1. Amazon Retargeting-Anzeigen nutzen

Der erste Quick-Win für mehr Umsatz als Amazon-Seller ist die Nutzung von Amazon-Retargeting-Kampagnen. Bei Amazon-Retargeting-Kampagnen handelt es sich um eine Form der Amazon-Sponsored-Display-Anzeigen. Die Display-Anzeigen werden dabei nur einer speziellen Zielgruppe angezeigt.

Folgende Zielgruppen sind bei Amazon Retargeting-Anzeigen definierbar:

  1. Personen, die die beworbenen Produkte aufgerufen, aber nicht gekauft haben (Zeitraum 7 Tage, 14 Tage, 30 Tage, 60 Tage, 90 Tage)
  2. Personen, die die beworbenen Produkte gekauft haben (Zeitraum 7 Tage, 14 Tage, 30 Tage, 60 Tage, 90 Tage)
  3. Personen, die ähnliche Produkte, wie die beworbenen Produkte aufgerufen, aber nicht gekauft haben (Zeitraum 7 Tage, 14 Tage, 30 Tage, 60 Tage, 90 Tage)
  4. Personen, die ähnliche Produkte, wie die beworbenen Produkte gekauft haben (Zeitraum 7 Tage, 14 Tage, 30 Tage, 60 Tage, 90 Tage)

Insbesondere die Ausspielung auf Personen, die die beworbenen Produkte aufgerufen, aber nicht erworben haben, ist eine wunderbare und etablierte Methode noch unentschlossene Zielgruppen vom Kauf zu überzeugen. Dabei ist der Return-On-Ad-Spend der Retargeting-Kampagnen in der Regel deutlich höher als der herkömmlicher Werbemöglichkeiten auf Amazon. Aus diesem Grund setzt jede erfahrene Amazon Advertising Agentur auf Amazon-Retargeting-Kampagnen im Kampagnen-Mix.

2. Amazon Vine Kampagne starten

Ohne ausreichende und postive Amazon-Produktbewertungen hat es jedes Produkt schwer, sich auf dem Marktplatz zu etablieren. Positive Produktbewertungen führen einerseits zu einer besseren Auffindbarkeit in der Amazon-Suche, haben aber durch den Trust-Faktor auch einen sehr großen Effekt auf die Conversion-Rate. Je höher die Conversion-Rate eines Produktes, desto mehr Verkäufe erzielt der Verkäufer mit dem Produkt, unabhängig davon, ob die Besucher das Produkt über die organische oder bezahlte Suche vorfinden.

Eine Möglichkeit, Produktbewertungen direkt und Richtlinienkonform zu generieren, ist die Nutzung von Amazon Vine. Amazon Vine ist ein Amazon-internes Produktbewertungsportal bei dem sich Händler, die ihre Marke in der Amazon Brand-Registry eingetragen haben, anmelden können. Durch den Zugriff auf Amazon Vine können Verkäufer Ihre Produkte kostenlos zur Verfügung stellen und erhalten so Produktbewertungen von ausgewählten Personen. Die Registrierung pro Produkt kostet dabei einmalig 170€.

Weitere Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, sind folgende:

  • Die zu rezensierenden Produkte müssen bei Amazon gelagert und versendet werden
  • Die zu rezensierenden Produkte müssen weniger als 30 Produktbewertungen enthalten
  • Die zu rezensierenden Produkte dürfen nur einmal bei Amazon Vine registriert werden

3. Amazon A+ Inhalte erstellen

Eine professionelle Darstellung der eigenen Produkte führt dazu, dass Endkunden die Produkte als hochwertiger wahrnehmen. Wenn ein Produkt als hochwertiger wahrgenommen wird, als die Wettbewerbsprodukte, kann der Verkaufspreis auch etwas über dem Wettbewerb liegen. Die höherwertige Wahrnehmung eines Produkts kann aber auch dazu führen, dass mehr Personen das eigentliche Produkt erwerben – es steigt also die Kaufwahrscheinlichkeit bzw. die Conversion-Rate. Dadurch steigt das angebotene Produkt erneut höher in den organischen Platzierungen, was erneut zu mehr Besuchern und mehr Verkäufen führt – der klassische Fly Wheel Effekt.

Eine Möglichkeit, die eigenen Produkte hochwertiger darzustellen, ist die Nutzung von A+ Inhalten. Bei A+ Inhalten handelt es sich um erweiterte Produktbeschreibungen, die anstelle von blankem Text weitere Module beinhalten können, wie Bilder, Grafiken, Vergleichstabellen und Videos. Der A+ Inhalt überschreibt dabei die reguläre Produktbeschreibung. Mithilfe von A+ Inhalten lassen sich erklärungsbedürftige sowie höherpreisige Produkte passend darstellen.

4. Auf internationalen Marktplätzen verkaufen

Neben verkaufsfördernden Maßnahmen auf dem Hauptmarktplatz können durch die Vergrößerung des Absatzmarktes ebenfalls die Verkaufszahlen erhöht werden. Verkäufer des Amazon–Marktplatzes können relativ einfach den Verkauf auf Amazon Frankreich, Italien, Spanien, Niederlande, Schweden und Polen erweitern. Mit etwas Vorarbeit kann auch auf Amazon UK verkauft werden. Durch die Hinzunahme der 6 weiteren europäischen Marktplätze kann das aktuelle Marktpotenzial um über 200% erhöht werden.

Selbstverständlich ist die Internationalisierung kein Selbstläufer, aber eine valide Möglichkeit, zusätzliche Umsätze zu generieren. Insbesondere in Spanien, Italien und Frankreich ist der Wettbewerb auf dem Amazon-Marktplatz auch nicht so intensiv wie auf dem deutschen Marktplatz. Der UK Amazon Marketplace ist in der Regel noch wettbewerbsintensiver als der deutsche, da viele Amerikanische und chinesische Verkäufer zuerst auf Amazon UK verkaufen, bevor Sie in Festland-Europa verkaufen.

5. Mit Amazon-Experimenten A/B-Testing durchführen

Die Bedeutung der Conversion-Rate-Optimierung auf Amazon haben heute wir bereits in einigen Punkten erwähnt. Um die Conversion-Rate stetig zu erhöhen, benötigt es einer systematischen Herangehensweise mit klaren Zielen, Hypothesen und Testweisen. Dies war bis vor kurzem auf Amazon selbst kaum durchführbar. Seit Mitte 2021 gibt es nun für Markeninhaber auf Amazon die Option A/B-Testing systematisch durchzuführen. Verkäufer können nun den Produkt-Titel, das Hauptbild und bald auch schon die A+ Inhalte in einem A/B-Test vergleichen und so erfahren, welche Variante des eingereichten A/B-Tests zu einer höheren Conversion-Rate führt. Das A/B-Testing selber nennt Amazon “Experimente” und ist im Seller-Central unter Marken → Experimente aufrufbar.

Hinweis: Eine Erhöhung der Conversion-Rate hat einen direkten Effekt auf die Werbekosten pro Kauf! Durch die Erhöhung der Conversion Rate um 20% verringert sich auch der Cost-per-Order bei Amazon Advertising um 20%. Daher gilt testen, testen und nochmals testen!

Fazit – Umsätze als Amazon Verkäufer steigern

Viele Wege führen nach Rom und das gilt auch für die Steigerung der Umsätze auf Amazon für Verkäufer. Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, die Umsätze auf Amazon zu steigern:

  • Zuwachs der Marktanteile im bestehenden Markt
  • Wachstum durch Hinzunahme neuer Produktkategorien
  • Wachstum durch Hinzunahme neuer geografischer Märkte

Die erfolgreichsten Verkäufer gehen dabei alle drei Wege, teilweise gleichzeitig, teilweise nacheinander.