Geschäftsreise nach Kanada: Einreisebestimmungen, Aufenthaltserlaubnis & Co.

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Kanada ist eines der beliebtesten Ziele für Geschäftsreisen überhaupt. Das Land lockt mit einer attraktiven unternehmerischen Infrastruktur, einer weltberühmten sozialen Lässigkeit und gelockerten Einreisebestimmungen für europäische Besucher. Dieser Artikel zeigt, wie sich die Einreise nach Kanada für Geschäftsreisende gestaltet und welche Fehler es zu vermeiden gilt.

Brauche ich ein Visum für die Einreise nach Kanada?

Ein „richtiges“ Visum brauchen deutsche Einreisende für einen Trip nach Kanada streng genommen nicht. Aber eine spezielle Aufenthaltsgenehmigung wird von den kanadischen Behörden verlangt – zumindest, sofern man nicht über einen kanadischen Pass verfügt. Bei der eTA Kanada (Electronic Travel Authorization) handelt es sich um eine Art vereinfachtes Visum, das online beantragt werden kann. Die Beantragung einer solchen eTA gestaltet sich recht einfach und kann problemlos vom heimischen PC oder sogar von unterwegs aus vorgenommen werden.

Wichtig: Die eTA muss vor der Einreise nach Kanada nicht nur beantragt, sondern auch ausgestellt worden sein. Da der Antragsprozess durchaus einige Tage in Anspruch nehmen kann, ist es wichtig, dass die eTA mit Ausreichend Vorlauf beantragt wird, damit die Geschäftsreise nicht wegen einer Formalie ins Wasser fällt.

Wie viel kostet eine Einreisegenehmigung für Kanada?

Eine eTA für Kanada kostet in der Regel 19,95 Euro pro Person. Teurer wird es nur, wenn die Beantragung besonders schnell gehen muss. Das ist aber in aller Regel nicht nötig, da es vom Antrag bis zur Ausstellung der Genehmigung auch so kaum länger als ein paar Tage braucht. Voraussetzung für die erfolgreiche Beantragung ist ein Reisepass, der nicht nur für den Zeitraum der Reise sondern auch darüber hinaus gültig ist. Wer keinen solchen besitzt, sollte sich zunächst darum kümmern – sonst wird der Reisepass zum Flaschenhals. Das Ausstellen eines neuen Reisepasses kann in Deutschland durchaus mehrere Wochen dauern. Es lohnt sich nicht, seine von langer Hand geplante Geschäftsreise nach Kanada wegen solcher Formalien zu gefährden.

Und selbst wenn: Sollte es wegen irgendwelcher Schwierigkeiten knapp werden mit der eTA, kann immer noch ein Eilantrag ausgefüllt werden. Eilanträge kosten etwas mehr Geld, werden dafür aber bevorzugt behandelt und in der Regel innerhalb von wenigen Minuten bewilligt. Verlassen sollte man sich aber auch darauf nicht: In Einzelfällen können die kanadischen Behörden stichprobenartige Prüfungen der Anträge vornehmen. In einem solchen Fall kann auch die Bewilligung des Eilantrages durchaus länger dauern.

Welche Voraussetzungen muss man für die Einreise nach Kanada erfüllen?

Um ein Visum für Kanada beantragen zu können, müssen die Einreisenden eine Reihe von Bedingungen erfüllen. Bei Geschäftsreisen verlangen die kanadischen Behörden einen Nachweis über die geschäftliche Tätigkeit in Kanada. Wichtig: Es ist Einreisenden ohne „richtiges“ Visum nicht erlaubt, in Kanada einer bezahlten Tätigkeit nachzugehen. Das hat überwiegend steuerrechtliche Gründe. Auch sollte man bereits bei der Einreise über ein entsprechendes Rückflugticket verfügen. Damit wollen die kanadischen Behörden illegale Migration nach Kanada verhindern.

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Für geschäftliche Reisen bietet es sich an, bereits bei der Beantragung der Einreisegenehmigung eine Einladung von einem kanadischen Unternehmen und das Rückflugticket als Beleg für den kurzfristigen Aufenthalt mitzuschicken. Darüber hinaus gelten für die Einreise ähnliche Bestimmungen, wie sie auch aus anderen Ländern bekannt sind. Die Reisenden dürfen nicht vorbestraft sein und keine gefährlichen Krankheiten haben. Sollten Zweifel bestehen, dass der Einreisende seinen Aufenthalt in Kanada nicht bezahlen kann, können die Behörden ebenfalls die Genehmigung verweigern. Der Hintergrund hierbei ist, dass in einem solchen Fall der kanadische Staat für die Finanzierung des Migranten aufkommen müsste.

Wie lange ist eine Einreisegenehmigung für Kanada gültig?

Mit einer eTA können sich deutsche Touristen bis zu sechs Monate am Stück in Kanada aufhalten. Die eTA ist darüber hinaus fünf Jahre lang gültig und berechtigt zu beliebig vielen Aus- und Einreisen. Voraussetzung ist jeweils, dass der Reisepass immer einen Tag über den Tag der Rückreise hinaus noch gültig ist.

Welche Tätigkeiten sind während einer Geschäftsreise nach Kanada erlaubt?

Grundsätzlich sind ohne eine entsprechende Arbeitserlaubnis alle Tätigkeiten in Kanada erlaubt, die nicht zur Konkurrenz auf dem kanadischen Arbeitsmarkt führen. Das umfasst alle unbezahlten Tätigkeiten vom einfachen Meeting bis hin zu Schulungen. In der Regel werden Geschäftsreisen nach Kanada wegen der höheren Kosten direkt von einladenden oder versendenden Unternehmen organisiert. Mit einem entsprechenden Dokument des Unternehmens kann bei der Einreise wenig schief gehen. Es ist der Beweis für die kanadischen Behörden, dass vor Ort nicht die Aufnahme einer bezahlten Tätigkeit beabsichtigt wird.

Wer hingegen in Kanada arbeiten möchte, braucht ein spezielles Arbeitsvisum, das unter Beschränkungen zur Aufnahme einer Tätigkeit berechtigt. Sind sich Geschäftsreisende nicht sicher, ob ihr Aufenthalt den entsprechenden Bestimmungen entspricht, lohnt sich ein Anruf bei der kanadischen Botschaft in Deutschland. Hier kann man sich auch die entsprechenden Antragsformulare herunterladen und sich umfangreich über spezielle Einreisebestimmungen informieren.

Da Geschäftsreisen nach Kanada von Deutschland aus allerdings Konjunktur haben, ist das Prozedere rund um die Einreise aber sowohl für die deutschen als auch für die kanadischen Behörden mittlerweile zur Routine geworden und sollte keinerlei Probleme bereiten.