Spekulative Anlageformen: Wie viel Risiko ist erlaubt?

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In Zeiten niedrigen Zinses florieren spekulative Anlageformen. Sie erlauben zumindest eine Aussicht auf eine akzeptable Rendite. Aber wie viel Risiko ist erlaubt, und wann sollte man definitiv eine Grenze ziehen? Dieser Artikel gibt Antworten.

Warum der Zeitpunkt für mehr Risiko jetzt gekommen ist

Das Niedrigzinsniveau hält weiter an. Mit traditionellen Anlagen ist heutzutage kaum noch eine nennenswerte Rendite zu erzielen. In vielen Fällen müssen die Anleger sogar draufzahlen, wenn sie ihr Geld bei einer Bank einlagern. Das geschieht etwa über die Kontoführungsgebühren, die schon jetzt bei den meisten Banken den Zins deutlich übersteigen – selbst dann, wenn es sich um vergleichsweise hohe Spareinlagen handelt. Aus diesem Grund werden riskantere Formen der Kapitalgewinnung immer attraktiver.

Viele Anleger stellen etwa fest, dass sie schon mit Glücksspielen mehr Rendite erzielen können als mit dem „Verschenken“ ihres Kapitals an eine Bank. Für Spieler ändert sich außerdem in den kommenden Monaten einiges: So plant die Bundesregierung eine Reformierung des Glücksspielstaatsvertrages und will für mehr Klarheit in der Gesetzgebung sorgen. Seit Mitte Oktober läuft hier die sogenannte Duldungsphase.

Sollte ich Aktien kaufen?

Viele Anleger fragen sich jetzt, ob sie statt auf klassische Anlageformen lieber auf spekulative Geldanlagen wie zum Beispiel Aktien oder Fonds setzen sollten. Grundsätzlich bieten Aktien und Fonds eine bessere Aussicht auf eine attraktive Rendite, von Pauschalurteilen sollte man hier allerdings absehen. Welche Anlageform die beste ist, hängt entscheidend davon ab, wie viel Kapital zur Verfügung steht und was man damit erreichen möchte. Soll eine geringe bis mittlere Menge Kapital nur beständig wachsen (anstatt beständig kleiner zu werden, wie bei den meisten Girokonten), bietet sich wohl die Investition in Fondsanteile an.

Auch mit Aktien lassen sich nach wie vor gute Renditen erwirtschaften. Verabschieden sollte man sich hier allerdings von der Vorstellung, dass man mit dem schnellen Kauf und Verkauf von Wertpapieren über Nacht zum Millionär werden kann. Zwar ist der Aktienmarkt sehr dynamisch und solche Spekulationsgewinne kommen immer wieder vor, mit langfristigem und seriösem Anlegen hat das allerdings nichts zu tun. Wer sein Geld über die Jahre mehren möchte, sollte in einen bestimmten Geschäftszweig investieren und auch trotz der konjunkturellen Schwankungen bei seiner Entscheidung bleiben – und nicht laufend kaufen und verkaufen. Das sogenannte Daytrading ist eher etwas für Menschen, die sich beruflich und folglich rund um die Uhr mit dem Aktienmarkt beschäftigen.

Für Ottonormal-Anleger ist eine Portfoliostrategie am besten geeignet. Sie sollten sich ein solides Portfolio zusammenstellen. Ein solches kann etwa zu Teilen aus Aktien, zu Teilen aus Fonds und zu Teilen aus Rohstoffen bestehen. Wichtig ist nur, dass sich die Risiken bei allen Anlagen einigermaßen in der Waage halten. Hierzu ist aber auch ein solides Wissen über den Finanz- und Rohstoffmarkt vonnöten. Ganz ohne ein wenig Bildung wird es also nicht funktionieren. Für die kommenden Jahre bleibt nicht zu erwarten, dass sich das Zinsniveau für herkömmliche Anlageformen weiter erhöhen wird. Es gibt also keinen besseren Zeitpunkt für Anleger, um sich über die Dynamiken des Wertpapierhandels zu informieren und zeitnah einzusteigen.