Wissenswertes aus der Industrie: Reinigungsverfahren für Bauteile & Co.

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Oksana Kunka/123rf.com

Die Komplexität der industriellen Arbeitsteilung besteht unter anderem auch darin, dass kleine, auf den ersten Blick bedeutungsarme Prozesse eine nachhaltige Spezialisierung erfahren können. Dazu zählen insbesondere industrielle Reinigungsverfahren. Nun könnte man fragen: Was soll man da schon groß spezialisieren können? Die Antwort ist überraschend, wie die nachfolgenden Verfahren zeigen.

Warum müssen industrielle Bauteile speziell gereinigt werden?

Überall dort, wo beispielsweise Metallteile verarbeitet werden, kommen spezielle Techniken zum Einsatz. Beim Fräsen, Schleifen, Bohren, Biegen et cetera fallen Rückstände an, die sich unter Umstände nur sehr schwer vom Bauteil entfernen lassen. Mit herkömmlichen Reinigungsmitteln kommt man gegen Kühlschmierstoffe, Bearbeitungsöle und ähnliches nicht an. Der Einsatz von hochwertigen Industriereinigern ist daher absolut notwendig. Aber nicht nur die Reinigungsmittel sind entscheidend, auch die Methode spielt eine essentielle Rolle. Schließlich geht es bei der industriellen Verarbeitung immer darum, nicht einige, sondern massenhaft Teile zu bearbeiten.

Ist der Reinigungsprozess bei der Fertigung ein notwendiger Prozess, muss demnach auch dieser bestmöglich rationalisiert werden. Daher haben sich verschiedene Reinigungsverfahren herausgebildet, die je nach Einsatzgebiet zur Anwendung kommen.

Welche Reinigungsverfahren kommen in der verarbeitenden Industrie zum Einsatz?

Eines der bekanntesten Verfahren ist etwa das sogenannte Spritzreinigungsverfahren. Dieses Verfahren wird überall dort angewendet, wo Teile eher leicht zu reinigen sind. Insbesondere, wenn Teile eine nicht überkomplexe Geometrie aufweisen, also von allen Seiten recht gut mit Reinigungsmittel zu besprühen sind, ist das Spritzreinigungsverfahren angemessen. Dabei wird das Bauteil in eine Vorrichtung gebracht, wo es – ähnlich wie bei einer Autowäsche – statisch verharrt aber von allen Seiten besprüht und mit Druck gereinigt wird. Das ist natürlich nur zweckmäßig, wenn das Teil keine Kanten und Winkel aufweist, die verhindern, dass das Reinigungsmittel auch wirklich in alle Ecken vordringen kann.

Ist letzteres der Fall bietet sich wohl eher ein sogenanntes Flutreinigungsverfahren an. Wie der Name schon sagt, wird dabei das Bauteil „geflutet“, also vollständig in eine Reinigungslösung getaucht. Es versteht sich von selbst, dass dieses Reinigungsverfahren nur angewendet werden kann, wenn das Bauteil weitgehend unempfindlich gegenüber Nässe ist. Sofern noch hartnäckige Verschmutzungen trotz Flutung am Bauteil haften, kommt zusätzlich ein spezielles Ultraschall-Verfahren zum Einsatz. Der pulsierende Ultraschall löst selbst haftende Verschmutzungen vom Bauteil.

Das perfekte Reinigungsverfahren für alle Bauteile kann es folglich nicht geben, da sowohl die Beschaffenheit des Bauteils, als auch die Art und Weise der Verschmutzung unterschiedliche Erfordernisse zur Folge hat. Für sehr spezielle Teile und Verschmutzungsgrade bieten sich wiederum sehr spezielle Reinigungsverfahren wie etwa die sogenannte zyklische Nukleation an. Welches Verfahren schlussendlich gewählt wird, kann einen entscheidenden Unterschied machen. Je schneller und besser sie auf das Objekt zugeschnitten ist, desto zügiger geht der gesamte Fertigungsprozess vonstatten. Das kann im Endeffekt einen erheblichen Wettbewerbsvorteil darstellen.