Hidden Champion: Amazon ist mittlerweile der drittgrößte Digitalvermarkter in der westlichen Welt

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Ken Wolter/123rf.com

Der Global Player Amazon baut sein Geschäftsmodell unbemerkt von vielen Experten und erst recht von vielen Konsumenten weiter aus. Neben den Bereichen Logistik und Einzelhandel setzt der Internetgigant auch mehr und mehr auf das Thema digitales Marketing. Wie das bei Amazon genau aussieht, zeigt dieser Artikel.

Das Marktplatz-Prinzip von Amazon

Mit seinen „Marketplaces“ macht Amazon schon länger traditionellen Online-Shops eine beträchtliche Konkurrenz. Das Prinzip: Die Kleinunternehmer können sich bei Amazon ein Profil anlegen und von der beträchtlichen Reichweite des Konzerns profitieren – Amazon bekommt dafür natürlich selbstverständlich etwas vom Gewinn ab. Mehr und mehr hat sich das Prinzip in den vergangenen Jahren zu einer All-in-One-Lösung entwickelt. Kunden können nun nicht nur ein Profil auf Amazon, sondern gleich auch Versandlösungen für ihre Produkte dazu buchen.

Mittlerweile bietet Amazon auch Marketing-Optionen für sein angeschlossenen Händler und Lieferanten. Häufig werden diese von Agenturen gesteuert: Da bei Amazon die Werbesteuerung mit Aufgaben des Handels- und Marktplatz Management verschwimmen, haben sich „Amazon PPC und SEO Agenturen“ wie PrimeUp gebildet. Diese Agenturen kümmern sich für den Unternehmer um das entsprechende Marketing. Und das ist auch notwendig: Der Amazon-Marktplatz ist riesig, und erfolgreiche Händler und Hersteller müssen sich gegen eine erhebliche Anzahl Mitbewerber durchsetzen.

Was ist PPC-Advertising?

PPC Advertising steht für „Pay Per Click“-Advertising. Es ist ein Überbegriff für alle Modelle des Online-Marketing, bei denen pro Klick abgerechnet wird. Ein Beispiel hierfür ist beispielsweise Google AdWords. Google schaltet diese Anzeigen neben seinen Suchergebnissen. Klicken die Suchenden die Anzeige, muss derjenige, der die Anzeige geschaltet hat, zahlen. Folglich nennt man PPC auch manchmal „Klickvergütung“. Der Vorteil für die Kunden ist klar: Er zahlt nur, wenn auch wirklich jemand auf seiner Seite gelandet ist. Das reizt den Anbieter umso mehr an, die Anzeigen so effektiv und sinnvoll wie möglich zu schalten.

Bei Amazon lässt sich das Prinzip folgendermaßen vorstellen: Der Kunde sucht in der Amazon-Suchmaske nach einem bestimmten Produkt und landet per Suchanzeige bei einem Produkt. Der Hersteller oder Händler des Produktes zahlt dann dafür, dass Amazon den Kunden erfolgreich vermittelt hat. Beide profitieren voneinander: Amazon hat die Gewissheit, mit einer wachsenden Anzahl an Online-Shops seinen Kunden immer genau das bieten zu können, wonach sie suchen. Und die Anbieter der Shops freuen sich, dass sie ohne große Mühe zu Klicks und neuen Kunden kommen.

Es ist daher wenig verwunderlich, dass Amazon sein Geschäftsmodell kontinuierlich in Richtung digitales Marketing ausbauen möchte. In Zukunft könnte der Online-Riese mehr und mehr darauf bauen, dass PPC Werbung mehr Fläche auf seinen Seiten eingeräumt wird und Verkaufssteigerungen kaum noch ohne Werbung möglich sind. Ein Trend der bereits jetzt zu beobachten ist. Die Zukunft wird zeigen, ob die Strategie langfristig funktionieren kann. Aktuelle Umsätze von über $10 Mrd. pro Jahr allein über Werbung legen dies nahe.