Distributionslogistik: Wie Waren zu ihrem Abnehmer gelangen

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Was Distributionslogistik ist, wie sie gesteuert wird und welchen Einfluss sie auf den Erfolg eines Unternehmens hat, das erfährt man im nachfolgenden Artikel.

Distributionslogistik: Eine kurze Erklärung

Bevor wir uns mit den verschiedenen Aspekten der Distributionslogistik beschäftigen, sollte zunächst geklärt sein, was mit diesem Begriff überhaupt gemeint ist. Vereinfacht ausgedrückt sorgt die Distributionslogistik eines Unternehmens dafür, dass Erzeugnisse, Artikel und Produkte zum Abnehmer gelangen. Damit fasst sie alle Abläufe zusammen, welche für die Warenverteilung erforderlich sind. Das sind vor allem nachhaltig geplante Informationsprozesse, Entscheidungsprozesse und Steuerungsprozesse. Im Rahmen der Industrie 4.0 ist auch die Distributionslogistik zunehmend von der Digitalisierung betroffen. Das zeigt sich beispielsweise in cloud-basierten Technologien wie sie Logistics-as-a-Service (LaaS) Anbieter für flexible Lagerlogistik und Fulfillment entwickelt haben.

Ziele der Distributionslogistik

Die Ziele der Distributionslogistik lassen sich auf drei wichtige Punkte zusammenfassen. Dazu gehört die Verfügbarkeit, Kostenminimierung und Einflussnahme. Im Hinblick auf die Verfügbarkeit wird angestrebt, dass Waren dem Kunden in ausreichender Menge und zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehen, so dass dieser ohne große Anstrengung die gewünschten Produkte in kürzester Zeit erhält. Auch die Kostenminimierung ist ein wichtiges Ziel der Distributionslogistik. Sie lässt sich vor allem dadurch erreichen, dass Ausgaben für den Warentransport, den Bestand und die Auftragsabwicklung so gering wie möglich gehalten werden.

Außerdem verfolgt die Distributionslogistik das Ziel Einflussnahme auf die Warenpräsentation in Puncto transport-gerechte Verpackung, Unboxing-Experience und After-Sales-Aktivitäten zu nehmen. Darüber hinaus werden teilweise weitere Ziele verfolgt. Das können beispielsweise eine Steigerung der Lieferzuverlässigkeit und eine Verbesserung der Flexibilität bei Warenlieferungen sein. Beide Punkte nehmen maßgeblichen Einfluss auf die Kundenzufriedenheit.

Die Aufgabenbereiche der Distributionslogistik

Zu den wichtigen Aufgabenbereichen einer erfolgreichen Distributionslogistik gehören die operative, taktische und strategische Steuerung. Mit der operativen Steuerung sind die Abwicklung von Kundenaufträgen, der Versand, der Kundenservice und das Management von Retouren gemeint. Die taktische Steuerung befasst sich hingegen mit dem Management des Fuhrparks, der Definition der Servicelevels (wie bspw. Liefergeschwindigkeit, Verpackungsvorgaben und Value-Added-Services o.Ä.), der Festlegung von Mindestmengen so wie Mengenrabatten bei der Abnahme und der Steuerung des Transports.

Zu den Aufgaben der strategischen Steuerung gehören die Ausarbeitung einer Marketingstrategie, der Aufbau und die Pflege eines Distributionsnetzwerks und die Vernetzung. Damit sind sowohl die horizontale als auch die vertikale Vernetzung gemeint. Horizontale Vernetzungen meinen kollaborative Wertschöpfungsnetzwerke unter mehreren Unternehmen. Vertikale Vernetzungen meinen den betriebsinternen Zusammenschluss unterschiedlicher Abteilungen.

Die zwei Möglichkeiten der Transportlogistik

Unterscheiden lassen sich die direkte und indirekte Distribution, welche jeweils ihre eigenen Vorteile für Unternehmen bieten. Bei der direkten Distribution findet ein Kontakt zwischen dem Hersteller und seinem Kunden statt, da kein Zwischenhändler eingeschaltet wird. Eine direkte Distribution bietet sich für hochpreisige Produkte, beratungsintensive Produkte, empfindliche Waren und kleine Zielgruppen an. Zwar werden hierbei die Kosten für Zwischenhändler eingespart, gleichzeitig ist diese Vertriebsform jedoch mit hohen Kosten verbunden und bedarf einer genauen Planung und Steuerung. Bei der indirekten Distribution wird der Warenverkauf über einen oder mehrere Zwischenhändler abgewickelt.

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Unterschiedliche Vertriebswege der Distributionslogistik

Entscheidend für den Erfolg und die Kosten des Vertriebs von Waren ist der gewählte Vertriebsweg. Hersteller haben eine Reihe sehr unterschiedlicher Möglichkeiten für den Vertrieb ihrer Waren. Dazu gehört beispielsweise der Direktverkauf, welcher in erster Linie bei teuren und beratungsintensiven Artikeln gewählt wird. Über den Einzelhandel lässt sich hingegen ein breites Publikum erreichen, was wiederum für große Absatzmengen sorgen kann. Noch höhere Stückzahlen lassen sich über den Großhandel vertreiben. Immer wichtiger wird außerdem der Onlinehandel.

Die wichtigsten Kennzahlen der Distributionslogistik

Um Optimierungspotenzial zu erkennen und ausschöpfen zu können, ist die Erfassung relevanter Kennzahlen von Bedeutung. Dazu gehört zum Beispiel die Lieferzuverlässigkeit. Sie ergibt sich daraus, wie viele der angeforderten Produkte pünktlich geliefert werden konnten. Eine weitere Kennzahl ist die Termintreue, welche erfasst, wie termingerecht Waren geliefert werden können. Die Transportschadensquote gibt an, wie viele Waren unbeschädigt beim Kunden eingetroffen sind. Alle drei Kennzahlen haben direkten Einfluss auf die Kundenzufriedenheit, weshalb Unternehmen hier vorhandenes Optimierungspotenzial unbedingt ausschöpfen und ihre internen Prozesse anpassen sollten.

Die vierte Kennzahl der Distributionslogistik hingegen nimmt Einfluss auf das Kostenmanagement, denn der Transportmittelnutzungsgrad erfasst die Auslastung der eigenen Transportmittel. Während eine Überlastung aus Gründen der Termintreue unbedingt zu vermeiden ist, führt eine zu geringe Auslastung zu Kosten, welche sich durch eine Umstrukturierung leicht einsparen lassen. Die Erfassung und Auswertung der aufgeführten Kennzahlen erfolgt in vielen Unternehmen mittlerweile mit Hilfe moderner Software, welche zeitnahe Auswertungen und eine Anpassung der Prozesse ermöglicht.