Factoring: Auch für den Zahnarzt sinnvoll?

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Andrey_Popov/shutterstock.com

In jeder Branche ist die Liquidität wichtig. So auch für Zahnarztpraxen. Kommen Patienten den Forderungen nur zögerlich nach oder droht gar ein Zahlungsausfall, kann das schnell die Wirtschaftlichkeit eines Zahnarztes ins Wanken bringen. Neben den laufenden Kosten müssen unter anderem Personalkosten und Materialkosten gedeckt werden. Ferner macht es der technische Fortschritt unabdingbar Investitionen zu tätigen, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

Eine Lösung im Abrechnungsmanagement bietet das sogenannte Dental Factoring. Hiermit eröffnen sich dem Zahnmediziner neue Möglichkeiten durch die Übernahme der Rechnungen an einen externen Factoring-Anbieter. Doch ist diese Option überhaupt sinnvoll?

Was ist Dental Factoring?

Das Factoring ist ein innovatives und modernes Finanzierungsinstrument, das sich bereits in vielen Branchen etabliert hat. Dabei verkauft ein Dienstleister oder Warenlieferant seine Forderungen an den Factoring-Anbieter und tritt damit die Ansprüche ab. Das Unternehmen wiederum begleicht umgehend die Rechnungssumme (meist sogar in 24 Stunden) inklusive eines prozentualen Einbehalts als Sicherheit. Dieser wird ausgezahlt, sobald der Kunden die Forderung beglichen hat. Das Dental Factoring ist speziell auf die Zahnarzt Abrechnung ausgelegt und orientiert sich an den Ansprüchen einer Zahnarztpraxis.

Die Rechnungen an den Patienten werden dabei vom Anbieter übernommen und stellen die sofortige Liquidität des Zahnarztes sicher. Neben dem kompletten Abrechnungsmanagement kümmert sich der externe Partner ebenso um das gesamte Mahnwesen und Inkasso.

Welche Vorteile hat das Dental Factoring?

Mit dem Dental Factoring erhält der Zahnarzt zu jedem Zeitpunkt wirtschaftliche Sicherheit. Durch die liquiden Mittel kann er alle laufenden Kosten decken und gleichzeitig Investitionskapazitäten nutzen. Da weder die Abrechnungen noch Mahnungen oder gar der Rechtsweg intern organisiert werden müssen, bleibt mehr Zeit für die Behandlung von Patienten und das Praxisteam wird entlastet. Zudem fallen die Kosten für eine interne Stelle weg. Darüber hinaus hat der Zahnarzt die Möglichkeit den Patientenservice zu erhöhen, indem er diesen erweiterte Zahlungsoptionen zur Verfügung stellt. Neben verlängerten Zahlungszielen ist ebenso das Angebot von Raten- und Teilzahlungen ohne Zinsen machbar. Das kann ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein.

Ein wesentlicher Vorteil des Dental Factorings zeigt sich im Risikomanagement. Denn mit der Übergabe der Forderungen überträgt der Zahnarzt auch das Risiko eines Zahlungsausfalls an den Factoring Anbieter. Selbst wenn der Patient also nicht zahlt, erhält der Zahnarzt sein Honorar. Wichtig ist, dass dies nur dann garantiert ist, wenn es sich um das „echte Factoring“ handelt. Hier gilt es beim Vertrag genauer hinzusehen.

Hat Dental Factoring auch Nachteile?

Insbesondere ist hier das umsatzabhängige Entgelt zu nennen, das externe Factoring Anbieter für die Übernahme der Rechnungen verlangen. Das kann stark variieren, weshalb es sich lohnt unterschiedliche Dienstleister zu vergleichen. Ebenso kann ein Pauschalbetrag für Dienste wie die Bonitätsprüfung anfallen. Schaut ein Zahnarzt vorab genau hin, überwiegen in der Regel die Vorteile des Dental-Factorings. Dennoch bleibt es eine individuelle Einzelfallentscheidung.