DIY ist im Trend: Warum der Markt für Mofa-Ersatzteile einen Aufschwung erlebt

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IvanRiver/shutterstock.com

Das Herumschrauben an alten Mofas erfreut sich zurzeit wieder großer Beliebtheit. Mit Leidenschaft sind die Bastler und Sammler auf der Suche nach Originalteilen für Zweiradmodelle, die längst nicht mehr serienmäßig hergestellt werden. Dieser Artikel zeigt, welche Ausmaße der Trend annimmt und warum jetzt wieder mehr Menschen nach Ersatzteilen für Mofas suchen.

Woher kommt der Mofa-Trend?

Nachdem der Absatz für Mofas und Roller eine Weile lang stark rückläufig war, kaufen nun wieder mehr Menschen die motorisierten Zweiräder. Die Absatzzahlen bekannter Hersteller wie Piaggio zeigen das gut: 2017 konnte der Konzern, der für sein Modell „Vespa“ weltbekannt ist, noch knapp 6.000 sogenannte Kraftroller in Deutschland absetzen. Im Jahr 2019 waren es dann schon über 9.000. Gleichsam mit der verstärkten Nachfrage nach Kraftrollern erfreuen sich auch Ersatzteile für diverse Mofa-Marken einer wachsenden Beliebtheit. Denn so viel ist klar: Freude macht beim Mofa nicht nur das Fahren, sondern auch das Schrauben.

Und in vielen Fällen entspringt diese Bastlerfreude auch einer gewissen Notwendigkeit, denn Mofas brauchen oft deutlich mehr Zuwendung als beispielsweise moderne Kraftfahrzeuge. Insbesondere, wer sich einem der alten Modelle verschrieben hat – wie es jetzt wieder mehr Menschen tun – hat Mühe, die nötigen Original-Ersatzteile aufzutreiben. Diese werden mehr und mehr bei Online-Händlern eingekauft, die in vielen Fällen ein deutlich größeres Sortiment anbieten können oder wenigstens wissen, wo man die entsprechenden Teile nachbestellen kann. Aber woher kommt denn nun der neuerliche Trend zum Selbermachen?

Mit Sicherheit spielt hier die sogenannte Mobilitätswende – teils staatlich vorangetrieben, teils von persönlichen Motivationen gesteuert – eine große Rolle. Mobil und flexibel bleiben will jeder, aber braucht es dafür immer gleich ein Auto? Das Mofa ist als willkommene Alternative zum verbrauchsstarken und CO2-intensiven Auto wieder gefragt, nachdem es zwischendurch fast schon drohte, von der Bildfläche zu verschwinden. Außerdem kann man sich mit dem Mofa vor allem in der Stadt um einiges wendiger fortbewegen und hat definitiv weniger Mühe, einen Parkplatz zu finden.

Endlich wieder Selbermachen: Der neue DIY-Trend bei Mofas

Es sind aber nicht nur die handfesten, praktischen Vorteile des Mofas, die dieses Gefährt wieder so beliebt machen. Es ist auch die besondere Bindung zum Objekt, die das Mofa wieder begehrt macht. Moderne Fahrzeuge sind heutzutage technisch sehr ausgefeilt, sie lassen kaum noch Spielraum für das Entdecken der Funktionsweise oder gar für das Selberschrauben. Mofas sind heute technisch auf einem deutlich höheren Stand als noch vor Jahrzehnten, einige grundlegende Funktionen lassen sich an ihnen jedoch relativ einfach durchschauen. So macht es auch Unbedarften schnell Spaß, die Geheimnisse des Mofas, beispielsweise beim Tauschen eines Teils, zu entdecken. Auch dieser Aspekt könnte für den Absatzzuwachs bei Mofas und Ersatzteilen verantwortlich sein.