Fachkräftemangel im E-Commerce – Gründe und Zukunftsaussichten

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Dmitriy Shironosov /123rf.com

Der Bereich E-Commerce gehört zu den am schnellsten wachsenden Wirtschaftssektoren in Deutschland. Immer mehr Unternehmen nutzen die Möglichkeiten für den Vertrieb im Internet. Gleichzeitig sorgt die Startup-Branche mit immer neuen Ideen dafür, dass auch junge Mitarbeiter in diesem Bereich sehr gefragt sind.

Aufgrund der eher neuen Technologie und den damit verbundenen Mangel an echten Ausbildungsberufen, ist in den vergangenen Jahren ein Fachkräftemangel im E-Commerce entstanden, der zu einem Problem für das Wachstum wird.

Fachkräftemangel im E-Commerce: Steigende Kosten für das Recruiting

Der Mangel an Fachkräften im E-Commerce könnte drastischer sein, als es die Entscheider in den Unternehmen ohnehin befürchtet haben. Bereits 2016 hatten 40 Prozent der Unternehmen dieser Branche angegeben, dass sie Schwierigkeiten dabei haben, geeignetes Personal für ihre Projekte zu finden. Inzwischen beurteilen beinahe 55 Prozent der Firmen den Markt so, dass es nicht ausreichend Fachkräfte in Deutschland gibt, um das rasante Wachstum bewältigen zu können.

Dabei greifen die Unternehmen immer häufiger auf mitunter teure Freelancer und Consultants zurück, um ihre eigenen Ziele weiter erfüllen zu können und ein Wachstum zu generieren. Immer mehr Firmen entscheiden sich dafür, bei ihrer Suche nach Personal in das Ausland zu gehen. Besonders Spanien, Griechenland und die Länder im Balkan bieten noch Potential für Angestellte, die in Deutschland mit hohen Gehältern und guten Chancen für den beruflichen Aufstieg gelockt werden.

Während auf diese Weise zwar die Lücken in der Personalplanung mehr oder weniger erfolgreich gestopft werden können, erhöhen sich die Kosten für das Recruiting spürbar. Das ist besonders in den Startups inzwischen zu einem ernsthaften Problem für die entscheidenden Personen geworden.

Die Gründe für den Mangel an Fachkräften

Gründe für den Mangel gibt es einige. So muss man zum einen unterscheiden, in welcher Branche die Fachkräfte fehlen. Gerade im Sektor E-Commerce sind zum Beispiel die IT-Fachkräfte gefragt, die für den Aufbau und die Verwaltung der Infrastruktur im Hintergrund nötig sind. Hier ist bereits seit einigen Jahren bekannt, dass der Bedarf längst nicht mehr alleine durch die bestehenden Kräfte auf den Markt gedeckt werden kann.

Auch im Engineering und im Marketing kommt es aber immer häufiger dazu, dass die Unternehmen nicht mehr die nötigen Stammkräfte für laufende und startende Projekte finden können. Selbst im Vertrieb zeichnet sich inzwischen für das eine oder andere Unternehmen ein Problem ab. Das Problem liegt unter anderem in der Ausbildung. Zwar sind in den letzten Jahren viele Fachkräfte im Bereich IT ausgebildet worden, längst nicht alle sind aber auch in diesem Bereich tätig geblieben.

Gleichzeitig wächst der Bedarf deutlich schneller als dass neue Ausbildungsjahrgänge abgeschlossen worden sind. Der Mangel an Fachkräften bezieht sich zudem in der Regel auf Stellen im Senior-Bereich. Viele Unternehmen haben hohe Anforderungen an die Bewerber. Berufserfahrung und mögliche abgeschlossene akademische Abschlüsse schließen sich in einer Branche aus, die noch vergleichsweise neu auf dem Markt ist. Die Probleme sind also unter anderem auch in den Firmen selbst entstanden.

Ein Blick in die Zukunft für die E-Commerce Branche

Um den Mangel an Fachkräften zu bekämpfen, gibt es für die Unternehmen nun mehrere Möglichkeiten: Zum einen müssen sie die eigenen Anforderungen an die Bewerber zurückdrehen und somit auch jenen eine Chance bieten, die nicht bereits zehn Jahre Erfahrung in einer noch jungen Branche mitbringen. Zudem müssen die Firmen im Bereich E-Commerce endlich damit beginnen, die Fachkräfte selbst auszubilden.

Besonders bei den Startups spielen die Ausbildungen bisher nur eine untergeordnete Rolle. Damit der Mangel in den nächsten Jahren bekämpft werden kann und neue Fachkräfte zur Verfügung stehen, muss eine Ausbildungskultur im E-Commerce geschaffen werden. Dies betrifft auch die Entwicklung neuer Ausbildungsstellen, die für die Herausforderungen der Branche gerüstet sind.