Festgeldangebote: Was lohnt sich noch in Zeiten des Niedrigzinses?

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Adam Radosavljevic/shutterstock.com

Die Sparer ächzen weiter: Seit ein paar Jahren gibt es auf konservativ angelegtes Geld kaum noch Zinsen und durch die Gebührenmodelle, die viele Banken nun Schritt für Schritt einführen, verliert so manches Kapital sogar an Wert. Lohnen sich Festgeldangebote noch – und wenn ja, welche? Dieser Artikel klärt auf.

Die Laufzeit macht‘s

Gleich vorweg: Festgeldangebote können sich auch in Zeiten von niedrigen Zinsen durchaus lohnen. Man muss allerdings einige Details beachten, um ein wirklich lukratives Angebot zu finden. Das Zusammenspiel von Anlagebetrag, Anlagedauer und Einlagensicherung ruft teils komplexe Wechselwirkungen hervor, die man gerade wenn man kein Finanzexperte ist, nur schwer durchschauen kann. Daher lassen sich etwa Festgeld Angebote auf finanzfluss.de vergleichen: Hier kann man die entsprechenden Variablen in eine Maske eingeben und sieht sofort, wie sich das Ergebnis verändert.

Was sofort ersichtlich wird: Kurze Anlagedauern sind bei Festgeldangeboten deutlich weniger lukrativ. Wer nur über ein Jahr einen kleinen Geldbetrag anlegt, muss mit einer recht spärlichen Rendite leben. Aber: Bereits ein Festgeldkonto mit einer Laufzeit von 36 Monaten verfügt über eine deutlich höhere Rendite. Ein Beispiel: Wer 10.000 Euro über ein Jahr anlegen will, kann mit einer Rendite zwischen 1,1 und 1,4 Prozent rechnen. Das sind bei dem genannten Betrag zwischen 110 und 140 Euro Ertrag. Bei 36 Monaten Laufzeit sieht das schon anders aus. Hier kann der Kunde mit Renditen bis zu 1,6 Prozent rechnen.

Durch die längere Laufzeit erhöht sich somit der Ertrag (der wiederum nach erfolgreicher Ausschüttung die Anlage erhöht). Mit 10.000 Euro als Anlagebetrag sind somit Erträge von bis zu 500 Euro und mehr möglich. Es wird sofort ersichtlich, wie die längere Laufzeit quasi als Multiplikator wirkt, welcher das Festgeldangebot deutlich attraktiver macht.

Konservativ anlegen in Zeiten von niedrigen Zinsen

Es geht aber nicht immer nur um Renditen und Erträge. Viele Menschen schätzen bei Festgeldkonten auch die Sicherheit. Gewährt das Kreditinstitut eine Einlagensicherung, gilt der angelegte Betrag als hundertprozentig sicher. Keine Kursschwankung der Welt kann ihn gefährden – die Banken verpflichten sich zur Sicherung der Einlage. Das ist etwa bei einem Immobilienfonds oder Aktien nicht so. Hier müssen die Anleger damit rechnen, dass der eingezahlte Betrag über die Dauer auch an Wert verlieren kann. Es handelt sich letztlich also immer um die Frage nach der individuellen Risikobereitschaft.

Wer langjähriges Erspartes sicher anlegen will und dabei auch auf eine hohe Rendite verzichten kann, wird an Festgeldkonten seine Freude haben – auch wenn die Erträge überschaubar bleiben. Wer ein Sparziel verfolgt und nach einer gewissen Zeit einen ganz bestimmten Ertrag erzielen möchte, sollte sich nach weniger konservativen Anlageformen umschauen. Diese ermöglichen zum Teil deutlich höhere Erträge – mit dem entsprechenden Risiko.