„Happy Friday“ für bedürftige Kinder statt Turbo-Shopping

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Schwaben gelten als bodenständig und bescheiden und so ist es kein Wunder, dass ein Erfolgsunternehmen aus Backnang ein klares Zeichen gegen den „Black Friday“-Einkaufswahn an diesem Freitag setzt: „WIRmachenDRUCK“ macht aus dem Dauershopping-Tag einen „Happy Friday“ für Kinder, die Unterstützung brauchen.

Seit 2013 gibt es ihn in Deutschland – den größten Feiertag aller Shoppingfreunde und Weihnachtsgeschenkejäger: den „Black Friday“. Kaufhäuser, kleine Läden in den Innenstädten und Onlinehändler überbieten sich mit gigantischen Sonderangeboten. Viele Verbraucher sparen gezielt, um am „Black Friday“ so viele Angebote wie möglich kaufen zu können. Oft werden in der Shopping-Begeisterung auch Dinge eingekauft, die gar nicht benötigt werden. In diesem Jahr erwartet der Einzelhandel, dass die Käufer im Vergleich zum Vorjahr im Durchschnitt 30 Prozent mehr ausgeben.

Der Konsumrausch am „Black Friday“ hat aber nicht nur Fans: Immer mehr Menschen interessieren sich für das Thema Nachhaltigkeit und „Green Friday statt Black Friday“ ist einer der Slogans, die den Shoppern entgegengehalten wird. So wurde auch die Idee des „Happy Friday“ geboren, die in Backnang von der Online-Druckerei „WIRmachenDRUCK“ seit letztem Jahr umgesetzt wird und vielen Kindern hilft.

„WIRmachenDRUCK“: 300 Mitarbeiter machen den Black Friday zum Kindertag

Die Idee von einem „Happy Friday“ verwirklicht die Online-Druckerei mit allen 300 Mitarbeitern. Zusammen mit dem Verein „Hilfstransporte + Waisenhilfe e. V.“ wird hier am Black Friday nicht nach Kunden gejagt, im Gegenteil: An diesem Tag ruht der gesamte Betrieb. Stattdessen sind alle Mitarbeiter an der Aktion zum Happy Friday beteiligt und packen Geschenkboxen für bedürftige Kinder in Osteuropa. Schon im vergangenen Jahr fand diese Aktion eine sehr positive Resonanz – für Freitag aber haben sich die Organisatoren noch Größeres vorgenommen. Dass die Pläne des Unternehmens meistens aufgehen zeigt die eigene Unternehmensgeschichte: Das schwäbische Unternehmen wuchs von einem Startup zu einer der größten Online-Druckereien Europas.

10.000 Päckchen für Kinder aus eigener Tasche – ein starkes Zeichen!

Im Idealfall sollen es 50.000 Päckchen werden, die an diesem Freitag im schwäbischen Backnang gepackt werden. So zumindest wünschen es sich die Initiatoren. „WIRmachenDRUCK“ Geschäftsführer Johannes Voetter ist sich sicher, dass das Ziel erreicht werden kann, denn in diesem Jahr sind Unternehmen und Spendenwillige zum Mitmachen eingeladen: „Wir freuen uns, den Happy Friday im Jahr 2021 für alle Unternehmen zu öffnen, die uns bei diesem Herzensprojekt unterstützen möchten.“ Bis zu 100 Pakete kann ein Unternehmen oder eine Privatperson auf Wunsch bestellen. Dabei kommen die Päckchen nicht bei dem Kunden zu Hause an: Sie werden in Backnang gepackt und von dort aus direkt zu den bedürftigen Kindern nach Osteuropa geschickt.

Die Schwaben sind überzeugt, dass sich viele andere Unternehmen beteiligen werden, so Firmenchef Voetter: „Schließlich lohnt es sich, Gutes zu tun. Nicht nur für die beschenkten Kinder, sondern bekanntermaßen auch für Unternehmen“. Die Gründer des Online-Druckdienstes gehen mit gutem Beispiel voran. 10.000 Päckchen werden aus der Tasche der Unternehmer und Initiatoren der Aktion selbst finanziert. Bleiben noch 40.000 Pakete, um das große Ziel zu erreichen.

Wie genau funktioniert das mit den Weihnachtspäckchen für die Kinder?

Die Aktion des „Happy Friday“ soll Kinderaugen zum Funkeln bringen. Die Geschenkpäckchen kosten 24,20 Euro pro Päckchen. Auf der Seite des Unternehmens kann man die gewünschte Menge einstellen und sich anschließend ein Design für die Kisten aussuchen. Der Inhalt der Päckchen ist vorgegeben um sicherzustellen, dass alle Kinder im gleichen Maß beschenkt werden. Die Pakete enthalten Geschenke wie ein Kuscheltier, Malstifte, verschiedene Spielzeuge, ein paar Süßigkeiten und vieles mehr.

Durch den Kauf eines oder mehrerer Pakete, können alle Unterstützer auf Wunsch im Januar einen Spendennachweis von der „Hilfstransporte + Waisenhilfe e.V.“ erhalten. Diese kümmert sich um die finanzielle Abwicklung, die gesamten Einnahmen des Happy Friday fließen in die Organisation. So tut man einerseits bedürftigen Kindern in unseren osteuropäischen Nachbarländern etwas Gutes und kann die eigene Steuerlast etwas verringern. Übrigens: Laut einer Analyse der Unternehmensberatung PwC werden die Deutschen an diesem „Black Friday“ durchschnittlich 299 Euro ausgeben ­ das Zehnfache dessen, was ein Hilfspaket kostet.