Recruiting und Social Media: Wie Recruiter Talente in sozialen Netzwerken finden

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Blue Planet Studio/shutterstock.com

Ein anhaltender Geburtenrückgang und eine gleichzeitig expandierende Wirtschaft haben unsere Gesellschaft vor jene Herausforderung gestellt, die wir heute den Fachkräftemangel nennen. Gerade IT-Fachkräfte sind immer schwieriger zu finden. So schwierig, dass manche Recruiter auf recht kreative Ideen kommen.

Wo findet man IT-Fachkräfte?

IT-Fachkräfte gehören heute zu den am meisten umworbenen Berufsgruppen überhaupt. Es ist für diese Branche nicht selten, dass sich Berufseinsteiger nur einmal auf ein Praktikum bewerben und anschließend ohne große Mühe das Unternehmen wechseln, weil sie abgeworben oder empfohlen werden. Daher braucht man als Unternehmen nach IT-Fachkräften über die üblichen Methoden gar nicht erst suchen – auf Stellenausschreibungen werden ohnehin nur die wenigsten reagieren, weil sie sich sehr selten explizit auf einen Job bewerben müssen. Daher gehen viele Recruiter heute andere Wege: IT-Fachkräfte über Social Media Plattformen zu rekrutieren ist für sie eine sinnvolle Alternative zum hoffnungslosen Gesuch nach Fachkräften per Ausschreibung.

Junge Menschen sind heute mit hoher Wahrscheinlichkeit auf mindestens einem sozialen Netzwerk vertreten. Hinzu kommt, dass junge Menschen mit IT-Affinität mit noch höherer Wahrscheinlichkeit in sozialen Netzwerken zu finden sein werden. Recruiter haben es damit auch leichter: Sie können den Profilen meist schon alle Informationen entnehmen, die sie brauchen: Wo wohnt der Kandidat, wo hat er vorher gearbeitet, wie viele Jahre Erfahrung in der IT-Branche bringt er mit? Dann braucht es meist nur noch die korrekte Ansprache. Aber geschulte Recuriter wissen genau, wie sie IT-Fachkräfte in sozialen Netzwerken für sich gewinnen können.

Die klassische Bewerbung hat ausgedient

Zumindest für so manche Berufsgruppe ist das klassische duale Modell der Ausschreibung und der Bewerbung nicht mehr tragfähig. Zu schnell sind die Wechsel geworden, mit denen man rechnen muss. Außerdem läuft ein IT-Unternehmen mit jeder Ausschreibung Gefahr, der Konkurrenz wichtige Informationen über den Stand der eigenen Wirtschaftlichkeit zu liefern: Das Unternehmen stellt ein, und sie brauchen Entwickler? Gerade in so schnelllebigen Branchen wie der IT-Branche sind solche Informationen Gold wert. Und viele Unternehmen sind nicht mehr bereit, sich auf das müßige Ausschreiben einzulassen und dabei womöglich noch wertvolle Informationen preiszugeben. Sie schreiben ihre Kandidaten direkt an.

Dank den sozialen Netzwerken ist das heutzutage auf eine Art und Weise möglich, wie es sie noch nie gegeben hat. Schon jetzt gibt es Unternehmen, die beinahe ihren gesamten Personalstamm aus direkten Ansprachen heraus rekrutiert haben – entweder durch Empfehlungen und Vermittlungen oder eben durch die Kaltakquise in den sozialen Netzwerken. Warum auch nicht? Diese Form der Personalwerbung hat schließlich auch für beide Seiten Vorteile. Langwieriges Bewerben und Warten entfällt, damit auch eine Menge Bürokratie. In Zukunft wird es uns völlig normal vorkommen, von einem Recruiter auf Facebook, Twitter oder einem anderen sozialen Netzwerk eine Direktnachricht mit einem Jobangebot zu erhalten.