Weiterbildung Arbeit 4.0: Fit für den Arbeitsmarkt der Zukunft

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Miha Creative/shutterstock.com

Veränderungen in der Arbeitswelt sind kein neues Phänomen. Von der Erfindung des Webstuhls bis heute wurde das Arbeiten mehrfach revolutioniert. In der Arbeitswelt werden weitreichende Veränderungen als industrielle Revolution bezeichnet. Bei der Betrachtung des Zeitstrahls befindet sich die Arbeitswelt in der vierten Revolution, die als Arbeit 4.0 oder New Work bezeichnet wird. Mit dem Ende des 20. Jahrhunderts hat die Basis, die die Arbeit 3.0 gelegt, eine außergewöhnliche Veränderung erlebt.

Die bis dahin reine Nutzung von Computern an einem festen Arbeitsplatz wurde zu einem digitalen Netzwerk, das ungeahnte Möglichkeiten mitbringen. Interaktionen zwischen Mensch und Maschinen, Homeoffice, zeit- und ortsabhängiges Arbeiten sind nur einige Charakteristiken des neuen Arbeitens. Das volle Potenzial der Digitalisierung ist noch nicht ausgeschöpft. Beschäftigte können schon jetzt von den Vorteilen der Arbeit 4.0 Profitieren und mit flexiblen Arbeitszeiten ihren Beruf in Einklang mit Freizeit und Familie bringen. Die Weiterbildung 4.0 führt Beschäftigte in die Grundzüge der digitalen Vernetzung ein und macht fit für die Anforderungen der Zukunft.

Digitales Arbeiten ist keine Nischenlösung

Homeoffice ist in einer global vernetzten Wirtschaftswelt eine Selbstverständlichkeit. Digitale Vernetzung und Kommunikation wurde vor wenigen Jahren nur technisch affinen Branchen zugeordnet. Heute gibt es keine Versicherung mehr, die ohne Homeoffice arbeitet. Die Freiheiten der Flexibilität und der individuelle Freiraum in der Gestaltung, den das Arbeiten von überall ermöglicht, wird von vielen Beschäftigten als positiv empfunden.

Damit dieser positive Effekt ausgeschöpft werden kann, müssen die technischen Grundlagen dafür geschaffen werden. Die Einrichtung von Hardware und die Installation von erforderlichen Anwendungen ist ein wichtiger Aspekt. Noch wichtiger ist, dass Arbeitnehmer:innen die Technik beherrschen und anwenden können. Diese Kompetenzen müssen in einem Unternehmen, das ortsunabhängig arbeiten möchte, vorhanden sein. Ohne das Know-how, der Beschäftigten ist der Schritt in das Arbeiten 4.0 nicht zu bewerkstelligen.

Unterschied Arbeit 4.0 und New Work

Der Begriff Arbeit 4.0 wird in Deutschland und in einigen europäischen Ländern verwendet. International hat sich die Bezeichnung New Work durchgesetzt. New Work bezieht sich stärker auf die menschlichen und gesellschaftlichen Aspekte der Digitalisierung. Zur Arbeit 4.0 zählen zusätzlich automatisierte Prozesse, die nur von einem Menschen begleitet werden. Die Entwicklung von künstlicher Intelligenz und ihrer Anwendungsbereiche und der Interaktion zwischen Mensch und Maschine.

Fähigkeiten entwickeln und Chancen nutzen

Arbeit 4.0 ist in vielen Betrieben Realität und wird in unterschiedlichen Schwerpunkten umgesetzt. Mitarbeiter:innen wurden bei der Einführung neuer Technologien begleitet und sind auf dem Stand der Anforderungen. Was ist jedoch, wenn Beschäftigte das Unternehmen wechseln möchten oder einen anderen Aufgabenbereich übernehmen müssen? Für die Bewerbung auf eine neue Position sind die Stationen im Lebenslauf und die nachweisbar erworbenen Kenntnisse von Bedeutung. Ohne entsprechende Kenntnisse in der digitalen Kommunikation wird es immer schwerer werden, eine positive Rückmeldung auf eine Bewerbung zu bekommen.

Bevor über eine berufliche Neuorientierung nachgedacht wird, sollten Weiterbildungsmaßnahmen ergriffen werden. Gezielte Schulungen sichern Chancen auf dem aktuellen Arbeitsmarkt und orientieren sich an die Anforderungen der Zukunft. Für Arbeitsuchende, die sich in keiner festen Beschäftigung befinden, können Weiterbildungsangebote für Arbeit 4.0 gefördert werden und den Vorsprung auf dem Arbeitsmarkt sichern.

Arbeit 4.0 aus unternehmerischer Sicht

Die zukünftigen Arbeitsmodelle werden die Arbeitsabläufe in Betrieben verändern. Mit der Digitalisierung steigt das Aufkommen von Datenvolumen und die Anforderungen an das Verarbeiten. In diesen Bereich verändert sich die IT-Struktur. Prozesse werden verstärkt automatisiert und die menschliche Aufgabe liegt in der Überwachung. Zusätzliche Anforderungen und die Ausweitung von Arbeitsbereichen werden zu einer verstärkten Auslagerung von Aufgaben führen. Wissen und Kenntnisse werden weniger im eigenen Betrieb aufgebaut. Vielmehr wird Fachwissen über einen Service eingekauft.

Einer der Gründe dafür ist die Schnelllebigkeit, die die Digitalisierung mit sich bringt. Beschäftigte langfristig auf den neuesten Stand der Technik zu bringen ist zeitintensiv und durch regelmäßige Schulungen ein hoher Kostenfaktor. Die Organisation im Unternehmen wird grundlegend ändern. Eine hierarchische Struktur wird nicht als zukunftsfähig angesehen. Unternehmen, die die Arbeit 4.0 umsetzen, brauchen kurze Entscheidungswege und eine schnelle Einführung von neuen Technologien. Altbewährte Entscheidungsstrukturen blockieren und verhindern das flexible und kurzfristige Umsetzen von Lösungen. Projektbezogene Teamarbeit ist der Schlüssel zu einem lösungsorientierten Arbeiten und der zukunftsfähigen Positionierung am Markt.

Neue Kompetenzen für die Arbeitswelt erwerben

Arbeit 4.0 bedeutet ein starkes Miteinander und fordert gleichzeitig ein hohes Maß an Selbstständigkeit von jedem Einzelnen, dies zeigt schon das vertrauensvolle Arbeiten im Homeoffice. Außerhalb der Bürogemeinschaft tätig zu sein, erfordert Eigeninitiative. Fragen und Probleme müssen und dürfen in einem gewissen Bereich selbstständig gelöst werden. Viele Beschäftigte, die schon lange mit Computern arbeiten, haben das Gefühl, den Anschluss verloren zu haben. Datenverarbeitung ist kein Problem, doch das Zuschalten in eine Videokonferenz ist eine große Herausforderung.

In vielen Unternehmen ist dies kein Einzelfall und hier herrscht dringender Handlungsbedarf. Die Beschäftigten müssen zunächst auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. Die erworbenen Kompetenzen müssen entsprechend der digitalen Entwicklung vertieft werden. Hier können Beschäftigte Eigenverantwortlichkeit zeigen und sich selbstständig parallel zu ihrem Beruf weiterbilden. Der Vorteil liegt im eigenen Nutzen einer Weiterbildung 4.0, denn das erworbene Wissen kann für die eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt genutzt werden.

Ein Teil der neuen Arbeitswelt werden

Die Arbeitsplätze im Homeoffice haben einen außergewöhnlich starken Anstieg erlebt. Ein Grund dafür war die weltweite Pandemie, die strenge Regeln erfordert hat. Viele Experten sind sich sicher, dass es diese Entwicklung ohnehin gegeben hätte. Der Zeitraum der Entwicklung wäre nur größer gewesen. Zu Hause zu arbeiten gilt als zukunftsweisendes Modell und jeder sollte darauf eingestellt sein. Arbeitsmodelle sind nicht mehr starr an eine 5-Tage-Woche mit einer bestimmten Stundenzahl gekoppelt. Flexibilität bestimmt den Arbeitsalltag. Remote arbeiten einige Tage im Büro und einige zuhause die Gründung eines Corporate Office und werden die Arbeitswelt begleiten.

Es ist eine aufregende Zeit der Neuorientierung und des Aufbruchs, in der sich ein völlig neues Erleben des Arbeitens entwickeln kann. Mit einer passenden Weiterbildung verpasst niemand den Wandel in die Zukunft. Digitalisierung gibt vielen Menschen ein Gefühl von unerklärlicher Angst, die oft auf Halbwissen beruht. Der richtige Schritt, die Befürchtungen abzubauen, ist der Digitalisierung und den daraus resultierenden Anforderungen zu stellen und Wissen aufzubauen. Jeder findet im digitalen Netz im Unternehmen einen Platz entsprechend der Fähigkeiten.