Welchen Einfluss hat die Elektromobilität auf die Wirtschaft?

0
95
peterschreiber.media/shutterstock.com

Elektrofahrzeuge werden gerne als neueste Technologie angepriesen. Allerdings ist es nicht so. Vor etwa 100 Jahren gab es deutlich mehr Elektrofahrzeuge als Pkw mit Verbrennungsmotoren. Der eigentliche Durchbruch für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren erfolgte im Jahre 1920.

In dem Jahr bot Ford das T-Modell zu einem sehr günstigen Preis an, weil im Fordwerk die Fließbandproduktion eingeführt wurde. Zur gleichen Zeit wurden auch Straßen außerhalb der Städte ausgebaut, sodass die Nachfrage nach Autos mit einer größeren Reichweite deutlich anstieg. Dieser Trend setzte sich bis in die Gegenwart durch.

Elektroautos fristeten viele Jahrzehnte ein Nischendasein

Während der letzten 100 Jahre waren Verbrennungsmotoren immer günstiger als Elektromotoren. Deshalb konnte sich die Elektromobilität niemals richtig durchsetzen. Insbesondere in den Zeiten der Ölkrise gab es immer wieder Ansätze für die Herstellung von elektrisch betriebenen Fahrzeugen. Doch sämtliche Ansätze scheiterten aus folgenden Gründen:

  • Hohe Anschaffungskosten
  • Geringe Reichweite
  • Kaum Lademöglichkeiten

Diese Probleme behindern auch in der heutigen Zeit noch die Verbreitung der Elektromobilität. Inzwischen kommt erschwerend hinzu, dass es keine einheitlichen Ladenormen gibt. Besitzer von Elektroautos benötigen zahlreiche Adapter sowie verschiedene Kundenkarten, um die Akkus an öffentlichen Ladesäulen aufzuladen. Das schreckt derzeit noch viele Interessenten ein wenig ab. Dieses Problem wird sich wahrscheinlich verringern, wenn es mehrere Elektroautos gibt und sich dann ein System am Markt etabliert. Doch was bedeutet die Elektromobilität für die Wirtschaft?

So verändert sich die Wirtschaft durch den Umstieg auf die Elektromobilität

Deutschland ist auch als Autoland bekannt. Das liegt daran, weil es in Deutschland mehrere große Hersteller von Fahrzeugen gibt. Dazu gehören:

  • VW
  • Porsche
  • Audi
  • BMW
  • Daimler-Benz

Diese Hersteller genießen weltweit einen guten Ruf, weil sie Fahrzeuge von hoher Qualität produzieren. Nun befürchten jedoch einige Hersteller, dass ein Umstieg auf die Elektromobilität zu wirtschaftlichen Einbußen und einem massiven Abbau von Arbeitsplätzen kommen kann. Allerdings sehen Wirtschaftsexperten dieses Problem nicht.

Gehen durch die Elektromobilität Arbeitsplätze verloren?

Es wird grundsätzlich nicht mit einem größeren Abbau von Arbeitsplätzen durch den Umstieg auf die Elektromobilität gerechnet. Derzeit gibt es in der deutschen Autoindustrie etwa 840.000 Beschäftigte. Davon sind ungefähr ein Viertel mit der Herstellung von Motoren und den gesamten Antriebssträngen befasst. Da die Produktion von Elektroantrieben nicht so aufwendig ist wie bei Verbrennungsmotoren, werden etwa zehn Prozent weniger Arbeitskräfte benötigt. Zehn Prozent von den 210.000 Arbeitsplätzen wären demnach etwa 21.000 Beschäftigte, die dann nicht mehr direkt in der Fahrzeugproduktion arbeiten würden.

Zur Herstellung von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen werden jedoch diverse Teile von anderen Betrieben eingekauft. Für die Fahrzeughersteller lohnt es sich zumeist nicht, sämtliche Komponenten selbst zu produzieren. Zum einen fehlt das Know-how und zum anderen mangelt es an den erforderlichen Produktionsmaschinen und Geräten. Deshalb werden Zulieferer händeringend nach Fachkräften suchen. Aus diesem Grund kann davon ausgegangen werden, dass die Umstellung auf die Elektromobilität keine Arbeitsplätze kosten wird.

Schnelles Handeln bietet eine bessere Perspektive

Je schneller es die deutsche Automobilindustrie schafft, sich auf die Herstellung von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen umzustellen, desto besser sind die Erfolgschancen. Die Nachfrage nach bezahlbaren Elektroautos ist derzeit groß. Kann diese nicht durch Fahrzeuge aus deutscher Produktion befriedigt werden, kaufen sich Interessenten ausländische Fabrikate. Dadurch würde auf lange Sicht die deutsche Autoindustrie den Anschluss verlieren und erhebliche Marktanteile einbüßen. Damit die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen steigt, muss aber auch gleichzeitig für die entsprechende Infrastruktur an Ladesäulen gearbeitet werden.

Fazit

Der Umstieg auf die Elektromobilität nimmt allmählich an Fahrt auf. Die Ängste, dass darunter die Wirtschaft leiden könnte und Arbeitsplätze verloren gehen sind eher unbegründet. Diese Probleme könnten nur dann auftreten, wenn der Umstieg zu lange dauert, oder aus anderen Gründen verzögert wird. Das Wichtigste ist jedoch, dass den Interessenten von Elektroautos auch Lademöglichkeiten angeboten werden. Dann steigt auch die Nachfrage.