Bildungsreise in die USA: Wo finde ich Angebote und welches Visum brauche ich?

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Es gibt unzählige Branchen, in denen eine Bildungsreise in die USA ausgesprochen sinnvoll sein kann. Auch wenn der nordamerikanische Staat nicht mehr die Vorreiterrolle hat, die ihm einst zugesprochen wurde, sind die USA in vielen Bereichen noch immer Innovationsführer, vor allem in der IT-Branche. Eine Bildungsreise in die USA lohnt sich also. Aber wie organisiert man eine solche – und welcher der vielen Visumstypen wird dafür benötigt?

Eine Sprachreise in die USA?

Bevor man sich zur Weiterbildung in seinem Fach in die USA begibt, sollte man die englische Sprache perfekt beherrschen. Deswegen bietet es sich oftmals an, zunächst eine Sprachreise in die USA zu organisieren. Sprachkurse werden in den USA von unzähligen Instituten und anderen Unternehmen angeboten. Nicht selten lassen sich sogar spezielle branchenspezifische Sprachkurse finden, die die Teilnehmer im Umgang mit den für sie relevanten Termini ausbilden. Tipp: Neben der Sprache ist auch die transatlantische Unternehmenskultur verschieden von der heimischen.

Auch hierfür finden sich zahlreiche Workshops und andere Kurse, bei denen die Teilnehmer etwa lernen können, wie sie mit Geschäftspartnern in den USA angemessen kommunizieren. Für Länder, die am sogenannten Visa Waiver Program (VWP) teilnehmen, ist unter bestimmten Umständen eine visumsfreie Einreise möglich. Das heißt aber nicht, dass der Einreisende so rein gar nichts ausfüllen muss, bevor er amerikanischen Boden betreten darf. Selbst bei einer Einreise ohne Visum wird in den USA so gut wie immer ein sogenanntes ESTA (kurz für: Electronic System for Travel Authorization) fällig.

Wie funktioniert eine ESTA?

Das ESTA fungiert wie eine Art offizielle Einreisegenehmigung. Es handelt sich dabei um ein elektronisches Formular. Ein ESTA online beantragen ist nicht schwer und dauert in der Regel nur wenige Minuten. Wer das Formular ausfüllt, sollte seinen aktuellen Reisepass zur Hand haben. Je nach Methode kann das ESTA bereits nach wenigen Tagen erteilt werden. Im Eilverfahren ist eine Erteilung der Genehmigung sogar innerhalb weniger Minuten möglich. Zusätzlich zum ESTA sollten die Einreisenden über einen aktuell und in die Zukunft hinein gültigen Reisepass verfügen.

Unter Umständen muss dieser also noch einmal verlängert werden. Das kann in Deutschland viel Zeit und auch ein wenig Geld in Anspruch nehmen. Es lohnt sich also, sich um diese Formalitäten lange vor Abflug zu kümmern, um am Abflugflughafen keine böse Überraschung zu erleben. Wer einen Sprachkurs belegt und dafür gern visafrei einreisen würde, muss darauf achten, dass der Kurs nicht mehr als 20 Unterrichtseinheiten pro Woche umfasst.

Nur dann gilt er als nebenberufliche Betätigung und rechtfertigt einen Aufenthalt in den USA, ohne dass das Land dem Einreisenden theoretisch Sozialleistungen schuldig wäre. Außerdem darf der Sprachkurs nicht länger als 90 Tage dauern. Das ist die Maximale Einreisedauer, die mit einem ESTA möglich ist. Für alles darüber hinaus wird ein ‚richtiges‘ Visum benötigt. Die Beantragung eines solchen dauert oftmals deutlich länger und ist auch ein wenig teurer.

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Bildungsaufenthalte bei Unternehmen in den USA

Für längere Bildungsaufenthalte müssen Arbeitnehmer auf jeden Fall ein Visum beantragen. Unter Umständen kann hier sogar ein Arbeitsvisum des Typs „H1-B“ oder „L“ nötig sein. Diese beiden Visa-Typen berechtigen zu sehr langen Aufenthalten von bis zu sieben Jahren. Dafür wird allerdings auch ein umfangreicher und langwieriger Beantragungsprozess nötig, an dessen Ende ein persönliches Gespräch in einem amerikanischen Konsulat verlangt wird. Die US-Behörden unterziehen Arbeitsreisenden oft einem ausführlichen Background-Check, der mehrere Monate in Anspruch nehmen kann.

Mit der Beantragung des Visums können auch einige Kosten entstehen. In der Regel werden diese aber von dem entsendenden Unternehmen übernommen. Die Visumsklasse „B-1“ berechtigt „Geschäftsreisende“ zur Einreise von bis zu zehn Jahren, erlaubt allerdings nur Aufenthalte von bis zu 180 Tagen am Stück. Dieser Visumstyp ist für Menschen gedacht, die regelmäßig einen geschäftlichen Aufenthalt in den USA planen. Das ist vor allem für Menschen interessant, die im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit regelmäßig zu Konferenzen in die USA fliegen möchten. Hier wird ersichtlich, wie wichtig es ist, sich vorausschauend für den passenden Visumstyp zu entscheiden.

IT-Personal weiterhin sehr gefragt

Vor allem IT-Unternehmen profitieren vom gegenseitigen Wissenstransfer. Dazu schmieden sie manchmal Partnerschaften mit US-amerikanischen Unternehmen. Arbeitnehmer können sich dann für eine bestimmte Zeit in den USA aufhalten und die amerikanische Unternehmenskultur sowie das dortige Know-How kennenlernen. Das deutsche ESTA-Formular bietet hier die Möglichkeit, sofern die oben genannten Bedingungen eingehalten werden. Für die amerikanischen Behörden ist es wichtig, dass vor allem die Sozialversicherungspflicht geklärt ist.

Sie sind zufriedengestellt, wenn ein heimischer Arbeitnehmer die volle Verantwortung und die Kosten übernimmt. Gemäß der amerikanischen Einwanderungspolitik wollen die Grenzbehörden verhindern, dass Menschen unter Vorwand in die USA einreisen und dauerhaft dort bleiben. Nicht selten braucht es deswegen bei der Einreise eine Art Bürgschaft. So müssen Studenten zum Beispiel nachweisen, dass die in den USA hohen Studiengebühren ihrerseits gedeckt sind – durch ein Stipendium oder beispielsweise private Rücklagen.

Bei speziellen Bildungsaufenthalten, die von Unternehmen für Arbeitnehmer organisiert werden, werden die Verpflichtungen diesbezüglich meist von dem entsprechenden Unternehmen übernommen. Dem ESTA- oder Visumsantrag wird dann meist ein offizielles Einladungsschreiben des Unternehmens beigefügt. Damit ist für die Behörden klar, wer in der Verantwortung steht.