ThyssenKrupp: Warum sich die Fusion mit Tata verzögert

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Seit zwei Jahren führen Thyssenkrupp und Tata Gespräche für die Verschmelzung zu einem neuen Gemeinschaftsunternehmen. Die Gespräche für den neuen Stahlriesen sollten bis Mitte des Jahres unterzeichnet werden. Genaueres erfahren Sie in unserem Artikel.

Schwierige Verhandlungen

Heinrich Hiesinger als CEO von Thyssenkrupp muss Extrarunden drehen, will er die Verhandlungen für den Zusammenschluss unter Dach und Fach bringen. Er räumte bei einer Sitzung des Deutschen Industriekonzerns ein, dass das länger dauern werde, als zunächst erwartet. Er hofft, dass das grüne Licht für den Zusammenschluss im ersten Halbjahr erfolgt und es zu einer Unterzeichnung des Vertrages zu diesem Joint-Venture kommt.

Der Vorstand könne dem Aufsichtsrat erst nach dem Zusammenkommen ein Angebot für die Entwicklung der Strategie unterbreiten. Thyssenkrupp hatte die Unterzeichnung des Vertrages für Anfang des Jahres angestrebt. Im Mai will der Konzern über eine Strategie beraten.

Zu überwindende Hürden

Mit rund 48.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 15 Milliarden Euro wäre der Zusammenschluss nach ArcelorMittal dieser der zweitgrößte Stahlkonzern Europas. Zu überwindende Hürden sind, wie milliardenschwere Pensionslasten von Tata im Vereinigten Königreich von Großbritannien aus dem Weg geschafft werden, was als Gutachten in Auftrag gegeben wurde.

Ob der durch hohe Schulden belastete Zusammenschluss wirtschaftlich ist, wird von Arbeitnehmern in weiteren Gutachten überprüft. Die Fusion ist komplex und bedarf der genauesten Prüfung aller Sachverhalte. Beschäftigte müssen darauf vertrauen, dass das mit großer Sorgfalt geschieht, um ihren Arbeitsplatz zu erhalten.

Wort der Gewerkschaften

Die IG Metall drohte mit einer Ablehnung der Pläne. Wichtig für sie ist, dass das Gemeinschaftsunternehmen letztendlich erfolgreich geführt wird, so Markus Grolms von Reuters, ein IG-Metall-Vertreter von Thyssenkrupp Steel Europe. Wenn der Abschluss sich in nach 2019 verschiebt, werden Kartellbehörden sich mit dem Fall beschäftigen müssen. Dazu gibt es derzeit keine Stellungnahme von Thyssenkrupp.

Zugeständnisse

Die IG-Metall konnte vor Weihnachten dem Management weitgehende Zugeständnisse abringen. Unter anderem einen Tarifvertrag, der betriebsbedingte Kündigungen für neun Jahre verhindert, sowie weitere Investitionszusagen von jährlich 400 Mio. Euro für Deutsche Standorte. Im Februar hatten mehr als 90% der Stahlkocher dem Vertrag zugestimmt.