Rezessionsängste: Lohnt sich nun die Investition in Gold?

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Brian Jackson/123rf.com

Es gilt als eine der simpelsten Regeln der Börse: Herrscht Unsicherheit am Markt, steigt der Goldkurs. Dafür muss es nicht zwangsläufig zu einer Rezession kommen – schon die Befürchtung eines Wertverlusts von Aktien bringt risikoscheue Anleger dazu, ihr Vermögen bevorzugt in das im Vergleich wertstabilere Gold zu investieren. Im derzeit von Rezessionsängsten geprägten Markt ist das Edelmetall für viele interessant. Der Goldpreis erlebte diesen Monat einen Höchstwert von 1.535 US-Dollar pro Unze, eine erneute positive Entwicklung ist nicht auszuschließen.

Gold für Großinvestoren und Kleinsparer interessant

Der Goldpreis ist längst nicht nur an den Aktienmärkten zu spüren. Edelmetallhändler wie Goldankauf Lange in Bremen sind in erster Linie auf Privatpersonen spezialisiert, die in Krisenzeiten durch Altgold ihre Liquidität verbessern oder kleine Mengen Anlagegold als sichere Rücklage erstehen. Hier sind die Schwankungen des Goldpreises ebenso zu spüren wie an der Börse. Allerdings wird der Verkaufszeitpunkt von solchem Privatbesitz oft nicht direkt von Wertschwankungen abhängig gemacht, sondern von individuellen ökonomischen Umständen – etwa, wenn eine große Ausgabe getätigt werden soll oder ein finanzieller Engpass vorliegt. Anders sieht es beim Einkauf von Anlagegold aus.

Trotz des derzeit vergleichsweise hohen Kurses sind aufgrund der weiter anhaltenden wirtschaftlichen Unruhen bedeutende Kursverluste für Gold unwahrscheinlich. Tritt die Rezession wie befürchtet ein, wird der Goldpreis eher noch steigen.

Goldpreis abhängig vom Realzins

Der Goldpreis steigt nicht in jedem Fall von aufkommender Verunsicherung an den Börsen. Im Vorjahr war Gold vergleichsweise schwach bewertet. Zahlreiche aus der Politik von EU, USA und China herrührende Unsicherheitsfaktoren hätten zwar das Potenzial gehabt, Investoren zu verunsichern und somit den Wert des Edelmetalls hochzutreiben – da sich die Weltwirtschaft aber dennoch stabil entwickelte, blieb die Goldpreisentwicklung über weite Strecken negativ. Zu den wichtigsten Einflussfaktoren gehört außerdem die Entwicklung der der Realzinsen: Wenn diese sinken, werden andere, traditionell sichere Anlageformen wie etwa Staatsanleihen weniger attraktiv. Die expansive Geldpolitik der EZB befeuert derzeit weiter niedrigbleibende Zinsen.

Selbst ein Ende dieser Politik hätte aber noch nicht zwangsläufig eine bedeutende Erhöhung des Zinsniveaus zur Folge. Das Institut der deutschen Wirtschaft prognostizierte schon im Vorjahr dauerhaft niedrige Zinsen. Die Begründung: Wegen des demografischen Wandels und der erhöhten Lebenserwartung seien die Menschen eher dazu geneigt, zu sparen. Das drücke die Zinsen.

Goldbarren nicht die einzige Möglichkeit zur Investition

Echtgold ist nicht die einzige Option, von steigenden Goldpreisen zu profitieren. Eine Alternative sind beispielsweise Goldmienenaktien – viele Anleger schrecken davor aber aus ethischen Beweggründen zurück. Goldzertifikate sind direkt an den Goldpreis gekoppelt und ein äußerst beliebtes Mittel zur Geldanlage, können aber vollständig an Wert verlieren, sollte der Emittent insolvent gehen. In Zeiten, in denen der Goldpreis außergewöhnlich hoch bewertet wird, weichen Investoren außerdem noch auf andere Edelmetalle aus, die weniger stark im Fokus stehen. Interessant sind neben Silber und Platin vor allem Metalle, die in der Industrie zum Einsatz kommen, beispielsweise das für die Automobilindustrie wichtige Palladium. Trotz dieser Alternativen bleibt Gold die vielleicht wichtigste Anlageoption in Krisenzeiten.